Ein Angriff auf die Pressefreiheit oder doch nur ein ganz normaler Vorgang? Der ZDF-Satiresendung "heute show" war eine Drehgenehmigung für den Bundestag verweigert worden, was zu einer Welle der Entrüstung unter anderem auf der Facebook-Seite der Sendung führte. Doch die Politik rechtfertigt das Vorgehen.

Am vergangenen Freitag kündigte Moderator Oliver Welke kurz vor Schluss einer bis dahin eher mäßig lustigen Ausgabe seiner "heute show" noch einen echten Knaller an. Drehverbot im Bundestag! Einem Reporter der Sendung war der Zugang zum Parlament verweigert worden; die Zuschauer wurden Zeuge, wie zwar Freunde und Verwandte von Politikern das Gebäude betreten durften, nicht aber der ZDF-Journalist. Nicht einmal die vorbeieilende Kanzlerin blieb stehen, um sich der Sache anzunehmen. Klar, dass dieser Vorfall in den sozialen Netzwerken zu einem Sturm der Entrüstung führte; von einem klaren Angriff auf die Pressefreiheit war die Rede.

Mittlerweile hat sich Bundestagspräsident Norbert Lammert zu dem Vorfall geäußert und das Vorgehen verteidigt. Dem Nachrichtenmagazin "Spiegel" sagte er, dass hier mitnichten eine willkürliche Absage erteilt worden sei, sondern eine Einzelfallentscheidung vorliege: "Jeder Antrag auf Akkreditierung wird einzeln geprüft, das ist selbstverständlich." Der Produktionsfirma soll nach "Spiegel"-Informationen in zwei Fällen der Dreh verweigert worden sein. Demnach sei einmal eine Genehmigung für einen falschen Tag angefragt worden. Bei der anderen Anfrage wollte ein Reporter in einem Bereich filmen, in dem vorrangig stehende Kamerateams arbeiten.

Dass sich die Satiriker um Oliver Welke mit dieser Erklärung nicht zufrieden geben werden, darf angenommen werden. Spätesten am Freitag ab 22.30 Uhr im ZDF findet diese Geschichte sicher eine Fortsetzung. (dh)