Deutschland feiert 25 Jahre Mauerfall, und der Sonntagskrimi zum 9. November kommt aus Sachsen-Anhalts Landeshauptstadt Magdeburg. Doch mit dem Trara zum Wende-Jubiläum oder gar Ostalgie hat der dritte Fall der "Polizeiruf 110"-Kommissare Brasch (Claudia Michelsen) und Drexler (Sylvester Groth) nichts am Hut.

Worum geht’s hier eigentlich?

Zunächst konzentriert sich alles auf einen Bombenattentäter, der die Einsatzkräfte in Atem hält. Nachdem eine erste Detonation einen glücklicherweise bereits geschlossenen Supermarkt in Schutt und Asche legt, droht ein anonymer Anrufer mit weiteren Terroraktionen, wenn die von ihm als Ziel auserkorene Handelskette nicht sofort sämtliche Gen-Produkte aus dem Sortiment nimmt. Denn: "Genmais ist die neue gelbe Gefahr!" Die Beamten suchen fieberhaft nach dem vermeintlichen Öko-Terroristen. Doch am nächsten Morgen stellt sich heraus, dass da womöglich mit viel technischem Aufwand eine falsche Fährte gelegt wurde. Denn während die Magdeburger Polizei einen Attentäter jagte, wurde im Frachthafen an der Elbe ein spektakulärer Raub durchgezogen: Die unbekannten Täter knackten einen Container mit 12.000 Smartphones im Wert von drei Millionen Euro und haben dabei einen Wachmann erschossen ... Wer steckt hinter dem Wahnsinn dieser Nacht?

Wie nervenzerfetzend ist die Spannung?

Der Film startet fulminant, mit einem Einstieg, den die Macher der Thrillerserien "24" oder "Homeland" kaum besser hingekriegt hätten. Wo steckt der Täter, der damit droht, die Stadt zu terrorisieren? Leider wird das flirrende Tempo nicht gehalten, und die Ernüchterung folgt auf den Fuß. "Polizeiruf 110: Eine mörderische Idee" entpuppt sich als konventioneller Krimi mit falschen Fährten, der einen oder anderen heimlichen Liaison und endlos scheinenden Zeugenbefragungen nach bekanntem Strickmuster. Dass sich das Geschehen mehr und mehr hin zu einer Truppe von IT-Tüftlern an der Hochschule verlagert, macht das Ganze nicht attraktiver.

Ergibt das alles einen Sinn?

Über weite Strecken ja. Aber je tiefer die Kommissare in die High-Tech-Ermittlungen einsteigen, desto komplizierter wird es. Schließlich haben die Täter Überwachungskameras manipuliert und Computer gehackt - nicht einmal die Polizeiserver sind sicher. Wie das gehen soll, kapiert kein Mensch. Mit Kim Nguyen (Paul Jumin Hoffmann) rückt allerdings ein pfiffiger Computer-Spezialist an, der den Kriminalern und auch diesem über weite Strecken abermals seltsam unterkühlt wirkenden Fall (Buch: Stephan Brüggenthies, Olaf Kaiser, Stephan Rick; Regie: Stephan Rick) zumindest etwas auf die Sprünge hilft.

Würde man diese Kommissare im Notfall rufen?

Ja - ohne jedes Wenn und Aber. Drexler, der kühle Analytiker mit der herausragenden Spürnase, und seine attraktive Kollegin Brasch, die mit einem scheinbar verständnisvollen Blick auch den renitentesten Verbrecher zum Reden bringt, sind ein solides Ermittlergespann. Nicht, dass man diese beiden vor lauter Sympathie ins Herz schließen würde, aber darum geht es im Ernstfall ja nun wirklich nicht. Die Magdeburger Kommissare haben alles, um sich als Marke in der Krimilandschaft zu etablieren. Fehlt nur noch ein anständiger Fall

Hat sich das Einschalten gelohnt?

Teils, teils. Es gibt einige Lichtblicke, originelle Ideen und frische Gesichter, wie das von Jungschauspielerin Laura Berlin als allseits begehrte Studentin. Außerdem harmonieren die Ermittler besser als zuvor. Prognose: Das wird schon noch in Magdeburg!