Steffen Henssler wandelt weiter auf den Spuren von Christian Rach und nimmt hilfsbedürftige Restaurants unter die Lupe. In dieser Woche war die "Burgscheune" von Storkow an der Reihe. Und der geneigte Zuschauer musste sich einmal mehr die Frage stellen, ob es manche Restaurants nicht einfach verdient haben, zu sterben.

Das Testessen ist eine Katastrophe: Bei seinem ersten Besuch in der "Burgscheune" in Storkow bekommt Steffen Henssler Fisch vorgesetzt, der innen noch gefroren ist und Pilzsuppe, die mit abgelaufener Sahne angerührt wurde. In der schmutzigen Küche jammert Restaurantchef Sigi über ausbleibende Gäste und den "fehlenden Funken". Beste Voraussetzungen, um die Burgscheune einer "Restauranttester"-Generalsanierung zu unterziehen.

Sigi bekommt gezeigt, dass Fisch nicht nur in der Tiefkühlung, sondern auch beim Fischer zu finden ist. Dass man für Suppe kein Instant-Pulver braucht. Und dass Gäste es schöner finden, wenn das Restaurant, in dem sie essen, nicht völlig verdreckt ist. Und am Ende kann er Fisch braten, so dass er nicht mehr roh ist und Spargelsuppe ohne Pulver kochen. Großartig!

Seit Jahren führen Rach, Zacherl, Henssler und Konsorten uns durch die verdrecktesten, heruntergekommensten und am miesesten geführten Restaurants des Landes. Und immer wieder reichen ein paar Tage aus, um aus diesen Löchern vorzeigbare Lokale mit feinem Essen zu zaubern.

Steffen Henssler bekommt als "Restauranttester" einen Härtefall.

Da stellen sich gleich mehrere Fragen: Sind die Leute, die sich für diese Sendungen bewerben tatsächlich solche Idioten, dass sie nicht wissen, dass eine Küche auch geputzt werden muss? Ist Kochen so einfach, dass der Typ, der eben noch nicht in der Lage war, einen Fisch lange genug in die Fritteuse zu hängen, so dass er innen nicht mehr gefroren ist, nach zwei Tagen zum Gourmetkoch wird? Und wie doof muss man eigentlich sein, jemals wieder in einem Restaurant zu essen, in dem der Koch nachweislich nicht in der Lage war das Ablaufdatum von Sahne zu lesen?

Natürlich sind diese Kochsendungen witzig gemacht. Natürlich geben sie dem Zuschauer das wohlige Gefühl, dass sie den vermeintlichen Köchen überlegen sind. Aber wäre es nicht in Fällen wie diesen - wo der Küchenchef von seinen Freunden ob seiner fehlenden Hygiene "Schweine-Sigi" genannt wird - sinnvoller zu sagen: "Tut uns leid, aber dieses Restaurant hat es nicht verdient zu überleben"? Mal ehrlich: Mit seinem Können wäre Sigi fast überall besser aufgehoben als in einer Küche.

Kein Fertigessen mehr in der Burgscheune

Kein Fertigessen mehr in der Burgscheune © RTL Television