Das "Tatort"-Team aus Saarbrücken ging im Jahr 2013 an den Start - und musste tüchtig Haue von Kritikern und Zuschauern gleichermaßen einstecken. Und das, obwohl Kritikerliebling Devid Striesow den Kommissar Stellbrink spielt. Beim vierten Fall gab's jetzt endlich eine gute Nachricht: Mit dem herrlich anarchischen Festtagsspecial scheint es in Saarbrücken endlich aufwärts zu gehen.

Worum geht's hier eigentlich?

Eine junge Frau wird von einem stadtbekannten Bordellbesitzer mit seinem Amischlitten über den Haufen gebrettert. Ein nachfolgender Taxifahrer erkennt den Fahrerflüchtigen und entscheidet sich, den Mann zu erpressen. Keine gute Idee. Kurz später wird der Taxler erdrosselt in der Wohnung gefunden. Sein Kollege und WG-Mitbewohner (Florian Bartholomäi) gilt neben dem Bordellbetreiber als tatverdächtig.

Wie nervenzerfetzend ist die Spannung?

Nicht besonders. Aber wer würde das einem "Tatort", der am zweiten Weihnachtsfeiertag läuft, ankreiden wollen? Die Spielfreude steht klar im Vordergrund. Dazu gibt's ein paar besinnliche Botschaften, passend zur Jahreszeit.

Ergibt das alles Sinn?

Im Laufe seiner Ermittlungen lernt der Vespa-fahrende Softie Kommissar Jens Stellbrink (Devid Striesow) eine nette Nutte kennen. Später findet er sich in einer Art Saarbrücker Variante von Bethlehems Stall wieder, wo eine dem strengen Schwiegervater entflohene Italienerin namens Maria (!) in Begleitung des Taxifahrers Jupp (!) just am Heiligen Abend niederkommt. Nein, das ergibt nur wenig Sinn, aber Freude macht es schon.

Würde man diese Kommissare im Notfall rufen?

Den Stellbrink keinesfalls, der hat im Zweifel doch gerade wieder Dienstwaffe und Handy verlegt. Viel eher sollte man sich seiner taffen Kollegin Lisa Marx anvertrauen, der die Schauspielerin Elisabeth Brück diesmal ein paar erfrischend menschliche Züge verpassen darf.

Hat sich das Einschalten gelohnt?

Wer keinen bierernsten "Tatort" mit gesellschaftspolitischer Botschaft erwartet hat, bekam ein herrlich gelöstes Festtagsspecial serviert. Wer an Weihnachten die Glotze lieber ausgelassen hat, verpasste allerdings auch keine Krimi-Großtat.