Wegen steigender Kosten: Die öffentlich-rechtlichen Sender ARD und ZDF haben einen erhöhten Finanzbedarf. Einem Medienbericht zufolge sollen sie deshalb in den nächsten vier Jahren 2,02 Milliarden Euro mehr bekommen.

Premiere der Puccini-Oper "Madame Butterfly" muss abgebrochen werden.

Nach Einschätzung der Gebühren-Kommission "KEF" (Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten) haben ARD und ZDF in den nächsten vier Jahren einen "erhöhten Finanzbedarf" von 2,02 Milliarden Euro. Das berichtet die "Bild"-Zeitung vom Freitag unter Berufung auf den aktuellen KEF-Bericht.

Danach forderten beide Sender insgesamt eine Summe 38,51 Milliarden Euro, das sind zehn Prozent mehr als in der Periode zuvor.

Einen kleinen Teil kürzte die Kommission nach "Bild"-Angaben den Intendanten der öffentlich-rechtlichen Sender. Im Bericht heißt es: "Nach eingehender Prüfung kommt die Kommission zu einer Verringerung der Anmeldung um 949,5 Millionen Euro."

Bei den Programm-Ausgaben strichen die Prüfer bei der ARD von 10,5 Milliarden Euro 81,8 Mio. Euro, beim ZDF 46,1 Mio. auf 5,3 Milliarden Euro.

Unwirtschaftliches Handeln

Im Bereich "Sparsamkeit" setzte die Kommission Abschläge von 21,1 Mio. Euro fest. Begründung laut Bericht: "Bei den Produktionsbetrieben sind keine substantiellen Verbesserungen der Wirtschaftlichkeit erkennbar."

Besonders im Fall der abgesetzten ARD-Show "Gottschalk live" sei unwirtschaftlich gehandelt worden.

Die gute Nachricht für alle TV-Zuschauer: Wegen der zusätzlichen Milliarden-Einnahmen durch die vor drei Jahren eingeführte "Haushaltsabgabe" soll die TV-Gebühr ab 2017 um 29 Cent auf 17,21 Euro im Monat gesenkt werden. Die Entscheidung darüber treffen die Ministerpräsidenten der einzelnen Bundesländer. (far)

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