Frankfurt/Main (dpa) - Nicht alle Institute werden die laufenden Bankentests der Europäischen Zentralbank (EZB) nach Ansicht von Bafin-Chefin Elke König voraussichtlich bestehen.

"Die eine oder andere Bank in der Eurozone dürfte die Latte sicher reißen", sagte die Präsidentin der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) der "Frankfurter Allgemeinem Sonntagszeitung". Das gelte zumindest für das Szenario, "bei dem man eine deutliche Verschlechterung des wirtschaftlichen Umfelds durchspielt".

Zwar bringt es aus ihrer Sicht nichts, über die Probleme von Banken in einzelnen Ländern zu spekulieren. "Aber sicherlich gehören Italien und Frankreich zu den Ländern, in denen die Banken unter der schwierigen wirtschaftlichen Lage leiden", so König weiter. Österreich dagegen sei besonders stark in Osteuropa engagiert. "Aber auch Deutschland hat seine Themen, zum Beispiel die Finanzierung der Schifffahrt." Es gelte nun, die Ergebnisse abzuwarten.

Seit Monaten durchforsten Experten der EZB, nationale Aufseher und unabhängige Wirtschaftsprüfer die Bilanzen der Euro-Banken nach möglichen Altlasten oder Kapitallöchern. Verknüpft wird der Bilanzcheck mit einem Stresstest. Medien hatten zuletzt berichtet, die EZB wolle die Ergebnisse der Tests am 26. Oktober veröffentlichen. Am 4. November übernimmt die Notenbank die zentrale Aufsicht über die führenden Banken im Euroraum und durchleuchtet sie vorher eingehend. Den Tests müssen sich 131 Institute stellen, darunter 23 deutsche Häuser.© dpa