Eberswalde/Zwickau (dpa) - Herber Schlag für Hunderte Bahn-Mitarbeiter: Die Deutsche Bahn schließt zwei Instandhaltungswerke in Ostdeutschland.

Betroffen sind die Standorte Eberswalde nordöstlich von Berlin und Zwickau in Sachsen. Das Unternehmen wolle den insgesamt rund 570 Mitarbeitern andere Arbeitsplätze im DB-Konzern anbieten, hieß es am Mittwoch in einer Mitteilung. Gewerkschafter kündigten massiven Widerstand gegen die Schließungen an.

Die Bahn begründet den Schritt mit einem Rückgang von Instandhaltungsleistungen an Güterwagen. Eine nachhaltig wirtschaftliche Lösung sei nur durch die Schließung der Werke möglich, hieß es. In Zwickau sollen demnach bis Ende 2015 und in Eberswalde bis Dezember 2016 die Lichter ausgehen.

Der Gesamtbetriebsrat der DB Fahrzeuginstandhaltung forderte die Rücknahme der Werkschließungen und stattdessen ein neues Werke-Konzept für die gesamte DB AG. Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) verurteilte ebenfalls die Schließungen. "Der Frust und das Unverständnis der Beschäftigten ist riesig", sagte der stellvertretende EVG-Vorsitzende, Klaus-Dieter Hommel. "Wir werden uns gegen den Beschluss mit allen Mitteln wehren."

Für Eberswalde (Barnim) ist die Schließung des Werks mit rund 490 Mitarbeitern ein herber Schlag. Das traditionsreiche Werk hatte erst im vergangenen Jahr 135 Jahre Bestehen gefeiert. Die Bahn ist nach Stadtangaben einer der größten Arbeitgeber.

Die Zwickauer Oberbürgermeisterin, Pia Findeiß (SPD), kündigte an, die Schließung des DB-Werkes nicht widerspruchslos hinzunehmen. In einem Schreiben wolle sie sich an Bahnchef Grube wenden. "Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass die Deutsche Bahn Zwickau und die Region zum Niemandsland erklären will", so Findeiß. Bereits in der Vergangenheit seien in dem Zwickauer Betrieb massiv Stellen abgebaut worden, zudem sei die Region nicht mehr an den Fernverkehr der Bahn angeschlossen.

Nach eigenen Angaben unterhält die Bahn bundesweit an 15 Standorten Werke für Fahrzeuginstandhaltung - künftig sind es noch 13.© dpa