Ludwigshafen (dpa) - Der weltgrößte Chemiekonzern BASF spürt die Abkühlung der Weltkonjunktur und korrigiert seine Ziele für 2015 nach unten.

Die Voraussetzungen für die ehrgeizigen Annahmen seien nicht eingetreten, stattdessen habe sich das wirtschaftliche Umfeld weiter verschlechtert, sagte Vorstandschef Kurt Bock bei der Vorlage der Zahlen für das dritte Quartal 2014 am Freitag.

Erwartet wird nun, dass das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) im kommenden Jahr statt der zunächst erwarteten 14 Milliarden Euro nur noch 10 bis 12 Milliarden Euro beträgt. Der angepeilte 80-Milliarden-Euro-Umsatz rückt nicht zuletzt deshalb in die Ferne, weil BASF sein Gashandels- und Gasspeichergeschäft im Tausch an den russischen Energiekonzern Gazprom abgibt. Dies mindere den Umsatz um fast 12 Milliarden Euro, das Ebitda um 500 Millionen Euro.

An der Prognose für das laufende Geschäftsjahr - ein leicht steigendes operatives Ergebnis (Ebit) vor Sondereinflüssen (2013: 7,19 Milliarden Euro) und ein leicht sinkender Umsatz (2013: 73,9 Milliarden Euro) - hält das Unternehmen indes fest, obwohl Bock im vierten Quartal keine Belebung der Nachfrage erwartet. Die im Dax notierte BASF-Aktie reagierte mit einem Kursverlust auf die Nachrichten. Das gesenkte Gewinnziel für 2015 dürfte die gute Entwicklung aus dem dritten Quartal überlagern, schrieb ein Händler.

Von Juli bis Ende September legten die Erlöse dank stark gestiegener Mengen im Erdgashandelsgeschäft um 3,3 Prozent auf 18,31 Milliarden Euro zu. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) sowie Sondereinflüssen stieg dank der Beiträge von Öl und Gas sowie der Chemiesparte um 8,9 Prozent auf 1,84 Milliarden Euro. Der Gewinn sank wegen höherer Steuern und gestiegener Anteile Dritter um 4,8 Prozent auf 1,04 Milliarden Euro. BASF profitierte auch von einem gut laufenden Petrochemie-Geschäft in den USA. Weniger verdiente das Unternehmen mit Chemikalien für die Landwirtschaft.

In den ersten neun Monaten summierte sich der Überschuss auf 3,8 Milliarden Euro. Das war ein Plus von um 3,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Das operative Ergebnis kletterte um 5,2 Prozent auf gut 6,0 Milliarden Euro, die Erlöse um 0,8 Prozent auf 56,3 Milliarden Euro.

Den Ukraine-Konflikt bekommt BASF deutlich zu spüren. "Wir haben dort einen Rückgang von 25 Prozent", sagte Bock. In Russland sei das Geschäft zwar nicht so stark geschrumpft, der Rückgang sei aber spürbar.

Der BASF-Chef will nun den Sparkurs verschärfen. Ab Ende 2015 sollen die Kosten um 1,3 Milliarden Euro sinken - 300 Millionen Euro mehr als ursprünglich geplant. "Wir sind schon in einem generellen Sparmodus", sagte er. Seit Monaten baut der Konzern unter anderem seine Sparte Performance Products um und verkauft Unternehmensteile - etwa das Geschäft mit Textilchemikalien. Ab 2017 sollen die Kosten dadurch um 500 Millionen Euro niedriger ausfallen.© dpa