München (dpa) - Die deutsche Bauwirtschaft profitiert von der steigenden Wohnungsnachfrage. Für das laufende Jahr sei mit einem Umsatzplus um 2,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf 234,7 Milliarden Euro zu rechnen, nach einem Plus von 1,6 Prozent im Vorjahr.

Das sagte der Vorsitzende der Bundesvereinigung Bauwirtschaft, Karl-Heinz Schneider, auf der Internationalen Handwerksmesse (bis 1. März) in München. Allerdings hinke die Neubautätigkeit dem Bedarf an preiswertem Wohnraum vor allem in den Ballungsräumen weiter hinterher.

Angesichts des anhaltenden Zuzugs in die Städte sowie der steigenden Zahl von Flüchtlingen würden jährlich etwa 400 000 Wohnungen in Deutschland gebraucht, sagte Schneider. "Dieses Volumen wird nur nach und nach erreichbar sein. Es fehlt baureifes und kostengünstiges Bauland." Hinzu kämen langwierige Planungs- und Genehmigungsverfahren. Für das laufende Jahr rechne man mit Baugenehmigungen für rund 300 000 Wohnungen - das seien immer noch 100 000 zu wenig.

Um Planungs- und Genehmigungsprozesse zu beschleunigen setzt die Bauwirtschaft auch auf sogenannte Typen-Häuser, die es in Schleswig-Holstein bereits gebe. Sie entsprächen sowohl der Energie-Einsparverordnung als auch geltenden Schall- und Brandschutzbestimmungen und könnten etwa als Flüchtlingsunterkünfte, später aber auch beispielsweise als Studentenunterkünfte auch in anderen Bundesländern genutzt werden. Die Länderminister unterstützten diese Bauweise, das Bundesbauministerium solle nun eine entsprechende Musterbauordnung erarbeiten.© dpa