Credit Suisse schreibt tiefrote Zahlen und streicht 4.000 Jobs. Die Aktie der Großbank bricht um fast zehn Prozent ein.

Die Aufräumarbeiten unter Tidjane Thiam haben tiefe Spuren in der Bilanz der Schweizer Großbank Credit Suisse (CS) hinterlassen: Das erste Jahr unter dem neuen Chef endet mit einem immensen Verlust

2,9 Milliarden Franken Verlust

Vor allem wegen hoher Abschreibungen, neuer Kosten für Rechtsstreitigkeiten und Verlusten bei der Abwicklung von Randgeschäften rutschte das Institut tief in die roten Zahlen.

Es wäre die größte chinesische Übernahme im Ausland.

Unter dem Strich stand ein Fehlbetrag von 2,9 Milliarden Franken (2,7 Milliarden Euro), wie die Credit Suisse am Donnerstag mitteilte. 2014 wies das zweitgrößte Schweizer Geldhaus noch einen Überschuss von rund 1,9 Milliarden Franken aus.

4.000 Jobs sind weg

Zudem kündigte CS an, 4.000 Stellen abzubauen. Man habe sich wegen des "besonders schwierigen Umfelds" zu diesem Schritt entschlossen. Thiam erhofft sich dadurch Einsparungen von 500 Millionen Franken jährlich.

Noch ist unklar, in welchen Bereichen und Ländern die Jobs gestrichen werden. Vergangenen Oktober hatte Thiam angekündigt, 1.600 Stellen in der Schweiz und 1.800 in London zu kürzen.

CS-Aktie stürzt ab

Auch Thiams Ausblick fällt düster aus: "Es ist nicht abschätzbar, wann sich einige der aktuellen Trends, welche die Finanzmärkte und die Weltwirtschaft beeinflussen, abschwächen werden", sagte der CS-Chef.

Das schlechte Ergebnis spiegelte sich auch in den Börsenergebnissen: Die Aktie der Credit Suisse stürzte um fast zehn Prozent ab. Um 9:25 Uhr lag der Preis nur noch bei 14,98 Franken.

Deutsche Bank sitzt im selben Boot

Credit Suisse betreibt wie die Deutsche Bank noch ein umfangreiches Investmentbanking, das sich aber wegen der zunehmend strengeren Kapitalvorgaben nicht mehr in allen Bereichen lohnt.

Beide Institute haben unter neuer Führung einen harten Umbau beschlossen und streichen tausende Stellen. Die Deutsche Bank hatte für 2015 einen Rekordverlust von rund 6,8 Milliarden Euro gemeldet. (ank/dpa)

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