Paris (dpa) - Mehr Kooperation - mehr Ersparnis: Daimler und Renault-Nissan können mit ihrer wachsenden Zusammenarbeit deutlich mehr Kostenvorteile heben als ursprünglich erwartet.

Für beide Seiten werde eine "viel größere Zahl" herauskommen als die in Aussicht gestellten zwei Milliarden Euro, sagte Renault-Nissan-Chef Carlos Ghosn am Rande des Pariser Autosalons. Diesen Wert hatten Ghosn und Daimler-Chef Dieter Zetsche 2010 für einen Zeitraum von fünf Jahren prognostiziert. Ein neue Zahl nannten die Manager nicht.

Auch der Umsatz zwischen den Partnern soll kräftig zulegen. In den nächsten sechs Jahren werde sich dieses Volumen mehr als verdoppeln, sagte Ghosn. Die 2010 gestartete Zusammenarbeit erstreckt sich inzwischen über ein Dutzend Projekte und soll weiter ausgebaut werden. Ghosn sagte, er sehe heute mehr Möglichkeiten der Kooperation als noch vor zwei oder vier Jahren.

Allerdings betonen beide Seiten weiterhin, dass es keine Zusammenarbeit zum Selbstzweck geben werde. Außerdem würden künftige Projekte gut zwischen den einzelnen beteiligten Marken ausbalanciert.

Das größte anstehende Projekt ist eine gemeinsame Fabrik zur Produktion von Kompaktautos in Mexiko - außerdem soll die nächste Generation dieser Modelle von Daimler und Nissans Oberklasse-Marke Infiniti Hand in Hand entwickelt werden. 2017 startet in Mexiko die Produktion. Daimler und Nissan teilen sich die Investitionen von einer Milliarde Euro.

Von der gemeinsamen Arbeit und Vorbereitung werde man nicht nur in diesem Werk profitieren. Schon jetzt pflege Daimler die Erkenntnisse aus der bisherigen Zusammenarbeit in die Produktionsabläufe in anderen Mercedes-Werken ein, sagte Zetsche.

Inzwischen hänge die Kooperation auch nicht mehr an der Person der beiden Vorstandschefs, sagte Zetsche. Das sei in den ersten beiden Jahren sehr viel mehr der Fall gewesen, als die Zusammenarbeit erst angeschoben werden musste. Jetzt würde die Kooperation aber selbst ohne die beiden Köpfe fortgesetzt werden. Auch die jüngsten Abgänge verschiedener Manager bei Infiniti habe die Projekte nicht beeinflusst.© dpa