Frankfurt/Main (dpa) - Der deutsche Aktienmarkt ist auf Erholungskurs gegangen. Der Dax stieg am Ende um 1,94 Prozent auf 9574,16 Punkte. Börsianer sprachen nach den zuletzt hohen Verlusten von einer fast schon überfälligen Gegenbewegung.

Unterstützung lieferten Spekulationen, dass die Europäische Zentralbank (EZB) ihre Geldpolitik eventuell schon im März weiter lockern könnte, um die Konjunktur zu stützen. Zudem erholten sich die Ölpreise etwas.

Dennoch bleiben die Anleger nach dem verpatzten Jahresstart nervös. Sorgen um die chinesische Konjunktur sowie der Einbruch der Ölpreise hatten den Aktienmarkt seit Jahresstart nach unten gezogen.

Der Index der mittelgroßen Werte MDax rückte am Donnerstag um 1,58 Prozent auf 18 611,73 Punkte vor und der Technologiewerte-Index TecDax gewann 1,59 Prozent auf 1622,07 Zähler.

Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es um 2,13 Prozent auf 2943,92 Punkte nach oben. An den Börsen in Paris und in London zogen die Kurse ebenfalls spürbar an. Auf der anderen Seite des Atlantik stieg der US-Leitindex Dow Jones Industrial bis zum europäischen Börsenschluss um mehr als 1 Prozent.

Die EZB beließ ihre Geldpolitik am Donnerstag zwar zunächst unverändert, stellte aber weitere Schritte im Kampf gegen die schwache Inflation in Aussicht. "EZB-Präsident Draghi bleibt seinem Ruf als 'geldpolitische Taube' gerecht und hält die Tür für weitere Lockerungsmaßnahmen offen", kommentierte Analyst Ulrich Wortberg von der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba).

Der Kurs des Euro geriet im Zuge der Aussagen von Mario Draghi unter Druck. Er fiel auf zuletzt 1,0827 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,0893 (Mittwoch: 1,0907) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,9180 (0,9168) Euro. Eine schwache Gemeinschaftswährung verbessert die Exportchancen deutscher Unternehmen in Länder außerhalb der Eurozone.

Thema des Tages auf Unternehmensseite waren die am Vorabend überraschend vorgelegten Eckdaten der Deutschen Bank. Die Anleger zeigten sich erschrocken, weil das Jahr 2015 für das Finanzinstitut mit einem Rekordverlust endete. Der Aktienkurs war daraufhin am Morgen um fast 10 Prozent abgesackt, bevor er sich etwas erholte. Am Ende stand ein Minus von 3,36 Prozent zu Buche. Derzeit werden die Papiere so tief gehandelt wir zuletzt zum Höhepunkt der schweren Wirtschafts- und Finanzkrise Anfang 2009.

Die Papiere der Versorger Eon und RWE waren mit Gewinnen von 4,36 Prozent beziehungsweise 6,08 Prozent unter den Favoriten im deutschen Leitindex. Lufthansa-Aktien verteuerten sich nach positiven Analystenkommentaren um 4,37 Prozent.

Im Index der mittelgroßen Werte schafften es die Aktien von Salzgitter an die Spitze. Sie erholten sich mit einem Plus von rund 7 Prozent ein Stück weit von ihrer jüngsten Talfahrt.

Am deutschen Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 0,32 Prozent am Vortag auf 0,31 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,07 Prozent auf 140,85 Punkte. Der Bund-Future rückte um 0,48 Prozent auf 161,67 Punkte vor.© dpa