Wenn am kommenden Mittwoch in der Silvesternacht der Himmel von Raketen bunt erleuchtet wird, dann können auch der Handel und die Tourismusbranche die Korken knallen lassen. Denn um das neue Jahr gebührend zu begrüßen, investieren die Deutschen auch in diesem Jahr wieder Millionen.

Wenn eine Branche innerhalb von drei Tagen den kompletten Jahresumsatz erwirtschaften muss, dann kann es sich dabei nur um die Pyrotechnikindustrie handeln. Doch auch Reisen und Schaumwein feiern dieser Tage Hochkonjunktur. Wir haben aufgelistet, welchen Umsatzsegen die Festivitäten der deutschen Wirtschaft rund um den Jahreswechsel bringen.

Böller – Knaller – Raketen

Seit Jahren steigt der Verkauf von Feuerwerkskörpern zu Silvester stetig an. Investierten die Deutschen 2004 noch rund 87 Millionen Euro in die Knallerei, erwartet der Verband der pyrotechnischen Industrie in diesem Jahr einen Umsatz von 124 Millionen Euro. Kein Wunder: Schließlich zünden die Menschen an Silvester rund 10.000 Tonnen Feuerwerk.

Allein der größte deutsche Anbieter von Feuerwerkskörpern Weco lieferte im vergangenen Jahr innerhalb von nur zwei Dezemberwochen rund 130.000 Paletten Feuerwerk aus. 85 Prozent ihres Umsatzes macht die Branche tatsächlich ausschließlich an den drei zugelassenen Verkaufstagen vor dem Jahreswechsel.

Produktion und Logistik nehmen trotzdem weit mehr Zeit in Anspruch: 3.000 Mitarbeiter kümmern sich in der Branche rund zehn Monate lang darum, dass die Ware pünktlich in den Läden liegt.

Jeder vierte Bürger in Deutschland hat schon mal eine Verletzung beim Abbrennen von Feuerwerk miterlebt.

Die Preise für die Silvesterknallerei steigen!

Grund für den Preisanstieg sind die höheren Produktionskosten in China. Denn das Land hat sich nicht nur zum größten Hersteller entwickelt – auch die Chinesen finden Gefallen an den Böllern und haben sich zu den größten Abnehmern des im eigenen Land produzierten Feuerwerkes gemausert. Dazu kommen noch gestiegene Frachtkosten.

Größter Umsatzbringer und total angesagt sind auch in diesem Jahr die so genannten Batterien oder Verbundfeuerwerke, die 45 Prozent des gesamten Umsatzes ausmachen. Bis zu drei Minuten feuert der Klotz – einmal entzündet – ein stetiges Feuerwerk ab.

Auch Wunderkerzen und Tischfeuerwerk sind wahre Dauerbrenner, wenn es um die beliebteste Silvesterausrüstung geht – lediglich Böller und Knaller sind auf leichtem Rückwärtskurs.

Dafür lässt das trübe Herbstwetter die Kassen klingeln. Erfahrungsgemäß läuft der Verkauf nämlich dann am besten, wenn es vor Silvester mild und – da ist in einigen Regionen Deutschlands noch Optimierungspotenzial – trocken ist.

Silvesterzeit ist Reisezeit

Auch die Tourismusbranche verdient richtig gut am Jahreswechsel. Vor allem Städtereisen liegen 2014 im Trend. Die hohe Nachfrage sorgt allerdings auch dafür, dass die Veranstalter ihre Preise zu Silvester ordentlich anziehen.

Das Hotelportal HRS hat zum Jahreswechsel 2012 die Hotelpreisentwicklung in deutschen und europäischen Metropolen verglichen und kam zu dem Ergebnis: Die Preise für ein Zimmer liegen Ende Dezember zum Teil bis zu 50 Prozent über dem Jahresmittel – allen voran in Berlin, Köln, München und Hamburg.

Doch nicht nur Europa verdient kräftig an der Reiselust der Deutschen. Während zwar nach wie vor Berlin als Reiseort auf der Wunschliste ganz oben steht, folgen nach Amsterdam, London und Paris auch ferne Ziele wie New York (Platz 5) und Dubai (Platz 7). Das ergibt eine Auswertung der Suchanfragen auf der Reise-Webseite Trip-Advisor. Insgesamt 52 Prozent der 357 Befragten wollen Silvester auf jeden Fall fernab der Heimat verbringen.

Die Korken knallen

Mit Rekordumsätzen geht traditionell auch das Jahresgeschäft der Schaumweinbranche zu Ende. Schließlich gehört der Champagner für viele genau wie das Feuerwerk zur Silvesterfeier unbedingt dazu. Rund ein Drittel des Jahresumsatzes – bei Premiumprodukten sogar bis zu 50 Prozent – verdienen die Hersteller in dieser Jahreszeit.

Glück ist doch käuflich

Hochkonjunktur haben zu Silvester auch die Glücksbringer. Für Schornsteinfeger, Hufeisen, Marzipanferkelchen und vierblättrige Kleepflanzen investiert jeder Deutsche im Schnitt zwischen 5 und 20 Euro.