Berlin (dpa) - Die Bundesbürger bleiben aus Sicht des Handels angesichts steigender Löhne und günstiger Energiepreise ausgabefreudig.

Für dieses Jahr rechnet die Branche mit einem Umsatzplus von zwei Prozent, wie der Handelsverband Deutschland am Freitag in Berlin mitteilte. "Die Rahmenbedingungen waren letztes Jahr gut und sie bleiben auch 2016 gut", sagte Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. Er kündigte weitere Neueinstellungen an. Den Lebensmittelerzeugern machte er keine Hoffnung auf ein Ende der Preismisere.

Im vergangenen Jahr konnte sich der Einzelhandel über den stärksten Umsatzzuwachs seit 1994 freuen. Die Erlöse wuchsen preisbereinigt um 2,7 Prozent, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden berichtete. Zu aktuellen Preisen (nominal) hatten die Händler sogar 2,8 Prozent mehr in den Kassen als im Jahr 2014.

Ein Fünftel seines Umsatzes macht der Handel im Weihnachtsgeschäft. Im November und Dezember kamen dieses Mal nominal 87,2 Milliarden Euro zusammen, 2,6 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Anders als das Bundesamt rechnet der Handelsverband Umsätze aus den Bereichen Kfz und Brennstoffe sowie Tankstellen und Apotheken nicht ein. Er kommt so auf einen Jahresumsatz von 472,4 Milliarden Euro 2015.

Der Dezember 2015 fiel nach amtlichen Angaben mit einem nominalen Plus von 1,7 Prozent allerdings schwächer aus als das Gesamtjahr. Nach den Terroranschlägen von Paris seien die deutschen Einkaufsstraßen zunächst leerer gewesen, sagte Genth zur Erklärung.

Besonders stark ist den Zahlen zufolge abermals der Internethandel gewachsen, der real um 9,0 Prozent zulegte. Der Lebensmittelhandel wuchs mit 2,3 Prozent etwas langsamer als der Einzelhandel mit Nicht-Lebensmitteln, der um 3,0 Prozent zulegen konnte. Stagnation herrschte hingegen bei Textilien, Schuhen und Lederwaren.

Forderungen der Bauern nach höheren Erzeugerpreisen kann der Handel nach Genths Worten nicht nachkommen. Die Preise würden auf den Weltmärkten gemacht. "Wir können diese Misere nicht aufhalten."

Die Branche mit drei Millionen Mitarbeitern rechnet damit, die Zahl der Beschäftigten um ein Prozent zu steigern. Die Zahl der Minijobber gehe zugunsten sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung zurück, hieß es. Zum Optimismus des Handels für 2016 trägt auch bei, dass der Kalender drei zusätzliche Verkaufstage hergibt.© dpa