München (dpa) - Nach dem "besten Jahr seit der Wiedervereinigung" ist das deutsche Handwerk weiter optimistisch.

"Wir erwarten auch 2016 ein gutes Jahr mit einem Umsatzwachstum von zwei Prozent", sagte der Generalsekretär des Zentralverbands (ZDH), Holger Schwannecke, am Freitag vor der Internationalen Handwerksmesse in München.

Die Zinsen seien niedrig. "Wir rechnen mit guten Auftragszahlen, vor allem im Bauhandwerk", sagte der bayerische Handwerkspräsident Georg Schlagbauer.

Voraussetzung für weiteres Wachstum sei aber, "dass wir genügend Fachkräfte und Auszubildende finden, und das wird immer schwerer", sagte Schwannecke. Die meisten Jugendlichen meinten, nach dem Abitur studieren zu müssen. "Wir müssen diesen Trend zur Akademisierung brechen."

Auch Schlagbauer kritisierte "den Akademisierungswahn", der die "deutsche Wirtschaft massiv gefährdet". Im Handwerk stünden viele Betriebe vor der Übergabe, das eröffne dem Nachwuchs zusätzliche Chancen. Wegen des Fachkräftemangels wachse der Umsatz des Handwerks langsamer als der der Gesamtwirtschaft.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) kommt zum Spitzengespräch mit der deutschen Wirtschaft am nächsten Freitag auf die Handwerksmesse. Zur Eröffnung am Mittwoch wird Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) erwartet - Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) hat abgesagt, wie die Messegesellschaft mitteilte.© dpa