Frankfurt/Main (dpa) - Das Vorgehen der Lokführergewerkschaft GDL im Tarifkonflikt mit der Bahn schadet nach Ansicht von IG-Metall-Chef Detlef Wetzel der Gewerkschaftsbewegung.

Die GDL schüre die Stimmung gegen Gewerkschaften, sagte Wetzel dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel". Sie sei "ein abschreckendes Beispiel dafür, wie eine Gewerkschaft nicht die Zeichen der Zeit erkennt".

"Zuständigkeit zu reklamieren, obwohl einem die Mitglieder fehlen - das ist der Tod der Gewerkschaftsbewegung", sagte Wetzel. Er halte es für legitim, dass die GDL für Lokführer zuständig sei, weil sie dort die Mehrheit habe. "Aber wie die GDL in anderen Bereichen nicht die Mehrheit zu haben und sich trotzdem für zuständig zu erklären, das ist undemokratisch", so der IG-Metall-Vorsitzende.

Kurz vor Beginn der Tarifrunde in der Metallindustrie sieht Wetzel keinen Grund für Bescheidenheit. Die wirtschaftliche Entwicklung sei immer noch stabil. "Wir halten uns an die Fakten - und da sehe ich für das nächste Jahr keinen Grund für Pessimismus."© dpa