Auch Ikea hat mal angefangen - und das nicht immer unbedingt schön, wie dieser Katalogausschnitt beweist.

Ikea Deutschland existiert seit über 40 Jahren. Wir gratulieren dem Möbelgiganten mit einem Blick zurück auf seine Anfänge. Mitunter kann das recht amüsant sein, wie dieser Katalogausschnitt beweist: Dass ein Münchner mal mehr Geschmack als Geld hatte, muss wahrlich schon eine Weile her sein.
"Wir werden auf Ihrer Seite stehen", kündigte Ikea-Gründer Ingvar Kamprad damals an. Was damals niemand wissen konnte: Dass Ikea-Möbel nur dann auf unserer Seite stehen, wenn auch wirklich genug Schrauben dem gekauften Bausatz beiliegen.
Wer seinen Eltern 1974 von seinem neuen Freund "Lucas" erzählte, meinte sicherlich nicht den Kollegen in der Arbeit. Weil sich Ikea-Gründer Kamprad keine Zahlen merken kann, wurden alle Produkte mit Namen versehen.
Faszinierend: Manchen Möbelentwürfen sieht man beinahe nicht an, dass sie aus den 1970er-Jahren stammen und nicht aus dem Herbstkatalog 2014.
Wenn Lima mit Jupiter und Klot eine WG gründet, kann das nur eines heißen: In deutschen Wohnzimmern ist der Schweden-Wahn ausgebrochen.
"Wir leben jetzt übrigens in Montana." - "Wirklich, ihr wandert aus in die USA?" - "Nein, wir waren einkaufen."
Arztpraxen weltweit und ihre Wartezimmer profitieren noch heute von der Ikea-Kollektion von 1974.
Brauner Cordstoff und roter Lack waren nicht nur kleidungstechnisch sehr begehrt.
Ob die Werbesprüche des Einrichtungshauses direkt aus dem Schwedischen übersetzt wurden? Man weiß es nicht. Sicher ist jedoch, dass das Prinzip Ikea leichter zu verstehen ist als seine Montagebeschreibungen.
Wer wollte, konnte sich damals für nur 1.636 Mark ganz England kaufen.
Was es mit Dixi und Diskus auf sich hat, könnten Ihnen vermutlich zwei Ikea-Mitarbeiter in Stockholm beantworten. Diese beiden sind ausschließlich dafür angestellt, sich neue Namen für Produkte auszudenken. Normalerweise handelt es sich dabei um skandinavische Flüsse, Städte, Tiere, Pflanzen oder auch Vornamen.
So unnütz einem die Ikea-Kataloge auch manchmal vorkommen mögen: Sie haben eine weitaus höhere Auflage als die Bibel.
Für Stauraum-Wunder und Umbau-Mysterien ist der schwedische Möbelgigant bis heute bekannt.
"Das Original aller Kopien" ist alles andere als böse gemeint: Tatsächlich hat Ikea ein ausgeprägtes Händchen dafür, teure Designermöbel in leicht abgewandelter Form als Billigvariante anzubieten. Den Geldbeutel freut's.
Lesen Sie sich diese Katalog-Schlagzeile bitte gut durch. Dann wechseln wir das Thema: Jeder zehnte Europäer wird inzwischen in einem Ikea-Bett gezeugt.
Rund, eckig, hoch, tief, Holz, Glas, Plastik, nützlich, dekorativ, ... : Wer sucht, findet "beim Schweden" Möbel für alle Lebens- und Gemütslagen.
Häufiger verkauft als Sofas: dazu passende Kissen. Tatsächlich macht Ikea mit dem so genannten "Randsortiment" - also mit Teelichtern, Tassen und Dekokram - 50 Prozent des Gesamtumsatzes.
Für einen kleinen Moment möchten wir innehalten und Sie fragen: Wissen Sie, wie Ihre Möbel heißen? Hand aufs Herz: Natürlich wissen Sie das. Und damit hat das Konzept der Schweden seine Aufgabe erfüllt.
Ein Grund für den Erfolg des Einrichtungshauses: In der Masse versteckt sich die Individualität. Für jeden Kunden gibt es etwas, das zu ihm passt - und das lässt sich mit Millionen anderer Dinge kombinieren.
Obwohl Ikea auf Do-it-yourself setzt, halten sich bevorzugt Frauen in den Einkaufsräumlichkeiten auf. Deswegen gibt es in einer Filiale in Sydney mittlerweile eine Art Hort für Männer: Das "Mänland", in dem die Herren Fußballschauen und gratis Hotdogs essen dürfen.