London (dpa) - Der Londoner Börsenbetreiber LSE präsentiert sich vor dem geplanten Zusammenschluss mit der Deutschen Börse in guter Verfassung. Die rege Handelstätigkeit an den nervösen Finanzmärkten spülte im vergangenen Jahr reichlich Geld in die Kasse der London Stock Exchange (LSE).

"Wir sind in allen Geschäftsbereichen aus eigener Kraft gewachsen", erklärte Firmenchef Xavier Rolet am Freitag bei der Vorlage der Jahresbilanz. Die Aktionäre sollen mit einer deutlich höheren Dividende daran teilhaben.

Der Umsatz verbesserte sich - schwankende Wechselkurse und Firmenzukäufe herausgerechnet - um 2 Prozent auf 2,3 Milliarden Pfund. Der operative Gewinn legte um 4 Prozent auf 500 Millionen Pfund zu. Wenn man Zukäufe und die Wechselkurs-Entwicklung hinzunimmt, stieg der Umsatz um satte 78 Prozent und der operative Gewinn legte um 44 Prozent zu. Der britische Börsenbetreiber hatte den US-Vermögensverwalter und Indexanbieter Russell Investments für einen Milliardenbetrag übernommen.

Die Deutsche Börse und die London Stock Exchange verhandeln derzeit über einen Zusammenschluss. Nach den bisher bekannten Plänen soll die neue europäische Super-Börse ihren rechtlichen Sitz in London haben und vom Deutsche-Börse-Chef Carsten Kengeter geführt werden. Bis spätestens 22. März müssen die beiden Partner nach britischem Recht ein bindendes Angebot zur Fusion abgeben oder den Deal vorerst abblasen. Von zwei US-Börsen drohen allerdings Gegenangebote.© dpa