Berlin (dpa) - Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) will eine Abschaffung des Meisterbriefs im Handwerk nicht zulassen.

"Wir werden uns nicht nur in Deutschland für den Erhalt des Meisterbriefs einsetzen, sondern auch in Europa", sagte Merkel am Freitag in einer Rede beim Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) in Berlin. Das werde sie auch bei der neuen EU-Kommission deutlich machen.

Brüssel hatte im Frühjahr klargestellt, dass es keinen "Angriff" auf die deutsche Handwerksordnung geben soll. Unklar bleibt aber, wie weit dieses Zugeständnis reicht. Grundsätzlich wird geprüft, wie der Zugang zu reglementierten Berufen erleichtert werden kann, um Abhilfe gegen den Fachkräftemangel zu schaffen.

CDU-Chefin Merkel hob hervor, dass zehn Prozent aller Handwerksbetriebe mehr Personal einstellen wollten. Auch bildeten die Betriebe mehr als ein Viertel aller deutschen Lehrlinge aus.

Die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt sei unverändert robust. Das Wachstum werde von der Binnenkonjunktur angetrieben. Die Arbeitslosigkeit könne 2014 im Jahresdurchschnitt unter drei Millionen liegen. Problematisch sei die "Verfestigung der Langzeitarbeitslosigkeit", sagte Merkel. Der Bund müsse mit mehr als 30 Milliarden Euro zehn Prozent des Haushalts für Hartz-IV-Empfänger ausgeben: "Das stimmt mich nach wie vor nicht zufrieden."

Handwerkspräsident Hans Peter Wollseifer forderte von der Bundesregierung mehr Investitionen in die Infrastruktur: "Das Handwerk kann nur mit leistungsfähigen Datenautobahnen und Verkehrswegen auch in den ländlichen Räumen seine Chancen nutzen."© dpa