New York/London/Wien (dpa) - Die Lage am Rohölmarkt bleibt angespannt. Am Donnerstag sind die Ölpreise weiter gesunken.

Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur März-Lieferung kostete am Mittag 27,65 US-Dollar und damit 23 Cent weniger als zum Handelsschluss am Vortag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte WTI fiel um 29 Cent auf 28,05 Dollar.

"Am Ölmarkt zeichnet sich weiterhin kein Ende der Talfahrt ab", kommentierten Rohstoffexperten der Commerzbank. Der aktuelle US-Ölpreis von mehr als 28 Dollar ist mit dem Kontraktwechsel von Februar auf März zu erklären. Der WTI-Preis hatte sich durch den Wechsel im Vergleich zum Vortag um zwei Dollar je Barrel nach oben verschoben.

Am Mittwoch hatten die beiden wichtigsten Ölsorten noch neue Tiefstände seit dem Jahr 2003 erreicht. Der Grund: Die Versorgung der Welt mit Rohöl ist wesentlich höher als die nachgefragte Menge. Am späten Mittwochabend war dies durch neue Lagerdaten aus den USA bestätigt worden. Das private American Petroleum Institute (API) meldete einen weiteren Anstieg der sehr gut gefüllten Öllager. Das Ende der Iran-Sanktionen facht die Furcht vor weiterem Preisverfall an. Am Dienstag hatte die Internationale Energieagentur IEA in drastischen Worten davor gewarnt, dass der Ölmarkt im Überangebot zu "ertrinken" drohe.

Führende Banken übertreffen sich mit immer niedrigeren Prognosen für die Ölpreise. Während die US-Investmentbanken Goldman Sachs und Morgan Stanley von einem Tiefpunkt bei 20 Dollar ausgehen, hatte die britische Bank Standard Chartered ein Abrutschen bis auf 10 Dollar nicht ausgeschlossen.

Der Preis für Rohöl der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) ist ebenfalls auf Talfahrt. Am Donnerstag meldete das Opec-Sekretariat, dass der Korbpreis am Mittwoch 22,48 US-Dollar pro Barrel betragen habe. Das waren 1,37 Dollar weniger als am Dienstag. Die Opec berechnet ihren Korbpreis auf Basis der 13 wichtigsten Sorten des Kartells.© dpa