Frankfurt/Main (dpa) - Der wachsende Paket- und Expressversand treibt die Geschäfte der Deutschen Post an. Das Unternehmen profitiere derzeit von seiner "einzigartigen Wettbewerbsposition in den Schwellenländern" und vom wachsenden Onlinehandel, erklärte Vorstandschef Frank Appel.

Von Januar bis Ende September kletterte der Gewinn trotz nachlassender Konjunktur unterm Strich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 8,5 Prozent auf 1,4 Milliarden Euro. Der Umsatz stieg um knapp zwei Prozent auf gut 41 Milliarden Euro. Nur das Frachtgeschäft der Konzerntochter DHL bereitet der Post Probleme.

Bis zum Jahresende rechnet der Manager dennoch damit, dass der Gewinn aus dem laufenden Geschäft noch einmal zulegt. Dazu soll alleine die Sparte "Post - eCommerce - Parcel", in der das Unternehmen das klassische Brief- und Paketgeschäft sowie die Fernbus-Aktivität gebündelt hat, knapp die Hälfte beisteuern.

Die Bonner erhoffen sich vor allem vom bevorstehenden Weihnachtsgeschäft, dass der Paketversand noch weiter anzieht. Das Paketgeschäft der Post entwickle sich sehr dynamisch, hieß es weiter. So kletterte das Paketvolumen allein im dritten Quartal um acht Prozent. Im vergangenen Jahr hatte die Post erstmals mehr eine Milliarde Pakete zugestellt und damit seine führende Stellung auf dem deutschen Markt untermauert.

Mit weiteren Investitionen in den Ausbau der Netzwerke und der Infrastruktur wolle die Post künftig zielgenauer auf die Bedürfnisse der Verbraucher eingehen. So bietet die Post ihren Kunden seit Mitte dieses Jahres Paketkästen, mit welchen die Zustellung beschleunigt und vereinfacht werden soll. Darüber erweiterte das Unternehmen derzeit ihre Paketverteilzentren wie unter anderem in Obertshausen bei Frankfurt.

Sorgenkind des Unternehmens bleibt der Frachtbereich: Das DHL-Frachtgeschäft musste in den ersten neun Monaten 2014 einen Gewinneinbruch um 35 Prozent hinnehmen. Schuld daran waren nicht nur der Preiskampf in der Branche, sondern auch hohen Ausgaben für neue Computersysteme und verbesserte Geschäftsabläufe. Die Post versucht ihr Frachtgeschäft mit neuen Systemen zukunftsfähig zu machen. Die Maßnahme zieht sich jedoch bis ins Jahr 2016 und drückt bis dahin auf den Gewinn, wie Finanzchef Larry Rosen bereits im Sommer eingeräumt hatte. DHL transportiert unter anderem Industrieprodukte, Chemikalien, Holz und andere Güter.© dpa