Fotos leerer Gleise, Frust und bitterer Humor: Vom Lokführerstreik betroffene Reisende haben am Donnerstag ihrem Ärger auch im Internet Luft gemacht. Damit verbundene Schlagworte wie #Bahnstreik zählten zu den Top-Themen im deutschen Bereich des Kurznachrichtendienstes Twitter. Innerhalb von 24 Stunden kamen zu dem Stichwort fast 3000 Tweets zumeist verärgerter Nutzer zusammen. Neben Beschwerden über Verzögerungen riefen unter dem Hashtag #gdlstreik einige Nutzer zur Aussperrung der Lokführer aus.

Allein unter dem Twitter-Stichwort #Weselsky setzten Nutzer innerhalb eines Tages 4380 Tweets ab. Ein Twitterer verglich den Vorsitzenden der Gewerkschaft GDL, Claus Weselsky, mit dem notorischen TV-Haudegen Chuck Norris. Andere Nutzer vermuteten ironisch, Weselsky arbeite in Wirklichkeit für die Vereinigung der Fernbusunternehmen.

Autovermieter nutzen Bahnstreik

Der für seine provokanten Werbeplakate mit aktuellem Bezug bekannte Autovermieter Sixt hatte ohnehin schon reagiert: Auf einem Werbeplakat rief das Unternehmen Weselsky zum "Mitarbeiter des Monats" aus. Auch der Konkurrent Europcar machte sich den Bahnstreik zunutze. Auf Twitter überschlugen sich die Kreativen mit originellen Wortspielen: Europcar sei "Zu(g)verlässig unterwegs" etwa, oder es wurde "Bahnbrechende Mobilität" versprochen.

Auf zahlreichen über Twitter verbreiteten Fotos waren leere Bahnsteige, Anzeigetafeln mit Verspätungs-Ankündigungen und Schlangen vor Bussen zu sehen. Es gab aber auch verständnisvolle Kommentare. Am Donnerstagabend rückten auf dem Kurznachrichtendienst denn auch schon wieder Themen wie das neue Album "Four" der englisch-irischen Boy-Band One Direction (#Fourtakeover) in den Mittelpunkt des Interesses.