Ganz Deutschland diskutiert über den Bahnstreik der Lokführer. Auch auf Twitter wird heftig gestritten, sogar die GDL-Spitze persönlich schaltet sich ein – so sieht es zumindest aus.

Die Öffentlichkeitsarbeit über die sozialen Medien ist für die GDL-Führung offensichtlich noch #Neuland. Weder die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer selbst, noch ihr Chef Claus Weselsky haben ein offizielles Twitter-Konto.

Diese Tatsache haben sich einige Spaßvögel zunutze gemacht. Mehrere Fake-Accounts gaben sich als die GDL-Führung aus und foppten damit so manchen Nutzer. Der Inhaber des Twitter-Kontos @claus_weselsky lässt seine Follower wissen, er sei ein "Lokführer der Herzen. Die Bahn bin ich! Hier streikt der Chef noch persönlich." Auch der Twitter-Account @GDL_bundesweit ist kein offizieller Auftritt. Was die Inhaber des Kontos nicht davon abhält, unter dem Namen der Gewerkschaft Nachrichten wie "Wir freuen uns, Ihnen mitzuteilen, dass wir aus der Streikkasse Liam Neeson als offizielles Streik-Testimonial gewinnen konnten #98hours", herauszuschicken.

Das passt dem echten Claus Weselsky gar nicht. Der GDL-Chef ließ bereits einen Account namens @ClausWeselsky von Twitter sperren und merkte in einem Interview mit der "Stuttgarter Zeitung" beleidigt an: "Ich bin nirgends bei diesen neumodischen Dingen." Doch gegen die Twitter-Witzbolde wird Weselsky so nicht gewinnen können. Kaum ist ein Fake-Account gesperrt, taucht bereits ein neuer auf – ein Kampf gegen Windmühlen. Helfen würde da wohl nur eine echte SocialMedia-Betreuung. Doch bei der GDL hat man derzeit wohl dringendere Probleme zu lösen.
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