New York (dpa) - Die neuen US-Sanktionen gegen Russland bringen die Ölförderpläne des US-Konzerns ExxonMobil in der Arktis in Gefahr.

Die am Freitag von der US-Regierung beschlossene Sanktionsrunde verbietet den Export von Gütern, Dienstleistungen und Technologie zur Ölförderung an die russischen Firmen Rosneft, Gazprom, Gazprom Neft, Lukoil und Surgutneftegas. US-Unternehmen haben bis zum 26. September Zeit, die Geschäftsbeziehungen einzustellen. Vor allem für Exxon ist das eine schlechte Nachricht. Das Unternehmen ist 2011 eine umfangreiche Partnerschaft mit dem staatlich kontrollierten Ölförderer Rosneft eingegangen. 3,2 Milliarden Dollar (2,5 Mrd Euro) wurden bereits ausgegeben, um in der russischen Arktis nach Öl und Gas suchen zu können. Das sollte eigentlich nur der Auftakt sein: Laut Kremlchef Wladimir Putin könnten Exxon und Rosneft bis zu 500 Milliarden Dollar investieren.

Putin hatte erst Anfang August mit großen Worten persönlich den Startschuss für das russisch-amerikanische Milliardenprojekt gegeben. Mit den gemeinsamen Probebohrungen von Rosneft und Exxon in der Karasee zeige die internationale Wirtschaft "Pragmatismus und gesunden Menschenverstand". Die beiden Unternehmen kooperieren bereits auf Ölfeldern in Sibirien und vor der ostrussischen Insel Sachalin.

Kein westliches Unternehmen hat laut dem "Wall Street Journal" ein größeres direktes Engagement in Russland. Das Arktis-Projekt ist für den Konzern eine wichtige Säule der langfristigen Wachstumsstrategie. Exxon gibt sich wortkarg: "Wir prüfen die Sanktionen und werden uns an alle Gesetze halten", sagte ein Sprecher der Nachrichtenagentur dpa. Bislang fällt das Geschäft in Russland für Exxon kaum ins Gewicht. Doch perspektivisch ist es ein wichtiger Faktor, um die schwindenden Fördermengen auszugleichen.© dpa