Düsseldorf (dpa) - Die deutsche Stahlindustrie bleibt trotz des erwarteten konjunkturellen Gegenwinds in den kommenden Monaten "vorsichtig optimistisch" für 2015.

Das sagte der Präsident der Wirtschaftsvereinigung Stahl, Hans Jürgen Kerkhoff, am Montag in Düsseldorf. Für das kommende Jahr rechne die Branche derzeit mit einer stabilen bis moderat wachsenden Stahlnachfrage.

Bei der Rohstahl-Produktion erwarte der Verband für das zu Ende gehende Jahr 2014 ein leichtes Plus um ein Prozent auf 43 Millionen Tonnen. Damit werde die Kapazitätsauslastung der deutschen Hüttenwerke von 83 Prozent im vergangenen Jahr auf rund 86 Prozent in diesem Jahr steigen.

"Die konjunkturelle Situation ist zwar stabil, aber wirtschaftlich unbefriedigend", berichtete Kerkhoff. Zudem müssten die Unternehmen auf den weltweiten Stahlmärkten derzeit mit einem weiter verschärften Wettbewerb kämpfen.

Besondere Sorgen bereite der Anstieg der chinesischen Stahlexporte. Wegen des nachlassenden Wachstums in China habe sich die Problematik der Überkapazitäten dort weiter verschärft.

So werde in diesem Jahr mit einem Anstieg der chinesischen Ausfuhren um 40 Prozent gerechnet. Vor diesem Hintergrund seien Antidumping- und Antisubventionsklagen aus Sicht der europäischen Stahlindustrie das letzte Mittel.© dpa