Uli Hoeneß scheint in der JVA Landsberg besondere Privilegien zu genießen. Ein Mithäftling berichtet über eine "Zweiklassengesellschaft" und den wachsenden Unmut anderer Gefangener über den ehemaligen Fußballmanager.

"Uli ist hier so etwas wie ein König", sagte der verurteilte Betrüger Oliver K. dem Magazin "stern". Und weiter: "Er regiert den Knast." Unter den Mithäftlingen des wegen Steuerhinterziehung zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilten Hoeneß rege sich deshalb der Unmut. K. spricht von einer "Zweiklassengesellschaft hinter Gefängnismauern".

So habe Hoeneß eine Doppelzelle, die etwa zweimal so groß sei wie die der anderen Häftlinge. Er bewohne die Zelle alleine und nicht zu zweit, wie sonst üblich. Außerdem könne Hoeneß die Dusche seiner Station auch zu jeder Zeit nutzen. "Wir anderen haben nur kaltes Wasser und geduscht wird zu vorgegebenen Zeiten in der Gemeinschaftsdusche", so der Häftling.

Auch bei Besuchen scheint für Uli Hoeneß ein anderer Maßstab zu gelten. Die beiden Treffen mit dem ehemaligen bayerische Ministerpräsidenten Edmund Stoiber fanden laut Oliver K. außerhalb der offiziellen Besuchszeiten und auch nicht im regulären Besucherraum statt. Stoiber bestätigte dem "stern" auf Anfrage zwar die beiden Besuche. Er habe jedoch sie ordnungsgemäß beantragt und keine Sonderwünsche geäußert. "Das Prozedere wurde von der JVA Landsberg vorgegeben", so Stoiber. (smo)