Washington (dpa) - Nach einer Serie positiver Wirtschaftsdaten in den USA steht die Notenbank Federal Reserve (Fed) möglicherweise vor einer Neuausrichtung ihrer Geldpolitik.

An den globalen Finanzmärkten herrschte am Dienstag gespannte Ruhe vor dem Zinsentscheid der Zentralbank in Washington, der am Mittwoch (20 Uhr deutscher Zeit) veröffentlicht werden soll.

Analysten erhoffen sich darin neue Hinweise auf den Zeitpunkt der ersten Leitzinserhöhung in den USA seit acht Jahren. Auch eine Pressekonferenz der Fed-Chefin Janet Yellen soll Aufschluss bringen. Nachdem die US-Arbeitslosenquote zuletzt auf 6,1 Prozent gesunken ist und das Wirtschaftswachstum im zweiten Quartal auf Jahr gerechnet nach erster Schätzung 4,2 Prozent betrug, müsste Yellen begründen, warum eine Nullzinspolitik trotzdem noch gerechtfertigt ist.

Yellen betont stets, dass die Geldpolitik stark von der Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt abhängt. Ihrer Ansicht nach hat er sich noch nicht genügend erholt. Bislang gilt gemeinhin die Annahme, dass die Fed erstmals Mitte kommenden Jahres ihren Leitzins anheben dürfte. Jüngst schien es in ihren Reihen aber vermehrt Fürsprecher für eine schnellere Zinswende zu geben - vielleicht schon imFrühjahr 2015.

Es ist völlig unklar, ob die Notenbank die Zeit schon für reif hält, um die Zinswende konkreter als bisher anzukündigen. Bislang erklärte sie stets, dass der Leitzins für "beträchtliche Zeit" nach dem Ende des aktuellen Anleihekaufprogramms sehr niedrig bleibt. Er liegt seit Ende 2008 auf dem historischen Tief zwischen 0 und 0,25 Prozent.

Laut Expertenmeinung wird die Fed diesen milliardenschweren Erwerb von langfristigen Staatenanleihen und Immobilienpapieren zum Oktober einstellen.© dpa