Frankfurt/Main (dpa) - Die vom Abgasskandal betroffenen VW-Kunden in den USA müssen womöglich länger als angenommen auf ein Entschädigungsangebot warten.

"Mir sind die Hände gebunden, solange VW und die Behörden ihre Differenzen nicht überwinden", sagte der von Volkswagen engagierte US-Topanwalt Kenneth Feinberg der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Der ursprüngliche Zeitrahmen könnte deshalb eventuell nicht eingehalten werden.

VW hatte Feinberg im Dezember angeheuert, um eine Lösung für die US-Kunden in der Affäre um manipulierte Abgastests bei Dieselautos zu finden. Zu seinem Amtsantritt hatte Feinberg gesagt, in ähnlichen Fällen habe es 60 bis 90 Tage gedauert, ein Entschädigungsprogramm auf die Beine zu stellen.

"Ich kann versprechen, dass es eine großzügige Lösung geben wird", sagte Feinberg. Wie diese genau aussehen werde, sei aber noch nicht entschieden. "Im Moment stehen noch alle Optionen zur Debatte: Geldzahlungen, Rückkäufe von Autos, Reparaturen, Bereitstellung von Ersatzautos..." Über das Budget sei dabei noch nicht gesprochen worden. "Ich weiß nicht, ob VW zu mir sagen wird: 'Geben Sie nicht mehr als x aus.'"

Feinberg gilt als Experte für derartige Fälle. So hatte der Opel-Mutterkonzern General Motors ihn beauftragt, einen Entschädigungsplan für die Opfer der Zündschloss-Affäre auszuarbeiten. Zuvor war Feinberg für die Entschädigungsregelungen nach den Terrorattacken vom 11. September 2001 und nach der "Deepwater Horizon"-Ölkatastrophe im Golf von Mexiko zuständig.© dpa