Dachau/München (dpa) - Ein vermeintlicher Ackerstein aus der Nähe von Dachau hat sich nach mehr als 50 Jahren als Meteorit entpuppt. Das teilten die Mineralientage München mit.

Die Mineralogische Staatssammlung München hat den Stein, der vor mehr als 50 Jahren von einem Bauernsohn in Machtenstein bei Dachau gefunden wurde, als rund 4,5 Milliarden Jahre alten Stein-Meteoriten identifiziert. Er stammt demnach - wie die Erde - aus der Zeit, in der das Sonnensystem entstand und traf vermutlich erst sehr viel später auf den Planeten.

Nach dem Fund befand sich das kleine Stückchen Weltall, das rund 1,4 Kilogramm wiegt, jahrelang unerkannt als Wasserstein in einem Vorgarten. Ein Mann, der eine Chronik des Ortes verfassen wollte, erinnerte sich in diesem Jahr an das Fundstück und kontaktierte einen Augsburger Forscher. Der verwies ihn dann an die Mineralogischen Staatssammlung in München.

"Dass solch ein Meteorit, dessen Fall nicht direkt beobachtet wurde, in Deutschland gefunden wird, ist eine Sensation und seltener als ein Sechser im Lotto", sagte der stellvertretende Direktor der Staatssammlung, Rupert Hochleitner.

Auf dem Gebiet der heutigen Bundesrepublik wurden nach Angaben der Mineralogischen Staatssammlung 30 Einschläge von Meteoriten beobachtet, die danach auch sichergestellt wurden. 17 weitere außerirdische Brocken wurden zufällig gefunden.

In den vergangenen 1000 Jahren richteten Meteoriten in Bayern keine nennenswerten Schäden an, vor 15 Millionen Jahren war das anders: Damals traf ein riesiger Meteorit das Nördlinger Ries und löschte im Umkreis von 100 Kilometern alles Leben aus.

Der jetzt identifizierte Meteorit aus der Nähe von Dachau soll bei den Mineralientagen (25. bis 26. Oktober) erstmals gezeigt und von 2020 an dann im geplanten Naturkundemuseum Bayern ausgestellt werden.© dpa