Im vergangenen Jahrhundert haben Astronauten erstmals den Mond betreten, in diesem wollen Menschen zum Mars reisen. Manche der Raumfahrt-Pioniere haben sich sogar die dauerhafte Besiedlung des Roten Planeten als Ziel gesetzt.

Altern im Zeitraffer: Das Leben im All bleibt nicht ohne Folgen.

Wissenschaftler erkunden unseren Nachbarplaneten schon seit 40 Jahren mithilfe von Robotern. Zu ihren Aufgaben gehört es, menschlichen Forschern den Weg zu bereiten, die in den nächsten Jahrzehnten auf dem Mars landen wollen. So funkt etwa das Nasa-Laborfahrzeug "Curiosity" Daten über die Oberflächen-Strahlung des Roten Planeten zur Erde. Mit deren Hilfe entwickeln Forscher Schutzmechanismen für die Astronauten, die den Mars künftig vor Ort erkunden sollen. Aus Daten der Raumsonde "Mars Reconnaissance Orbiter" hat die Nasa nun geschlossen, dass es auf dem Mars flüssiges Wasser gibt - die Voraussetzung für Leben, wie wir es kennen.

Auch der Testflug des Raumschiffs Orion gehört zu den vorbereitenden Projekten für eine zukünftige Mars-Reise. Astronauten sollen ab 2021 mit der Orion-Kapsel zunächst zum Mond fliegen. In den 2030er Jahren soll sie Menschen schließlich zu unserem Nachbarn im Sonnensystem befördern.

Der Mars ist der Erde am ähnlichsten

Die Entwicklung des Mars verlief offenbar ähnlich wie die der Erde. Mit seiner Erforschung wollen die Wissenschaftler mehr über die Geschichte und die Zukunft unseres eigenen Planeten lernen. Auf unserem Nachbarplaneten herrschten einst günstige Bedingungen für Leben. Manche Wissenschaftler wie der Biochemiker Steven Benner von der University of Florida sind sogar der Ansicht, dass ein Meteorit die organischen Moleküle, die die Entstehung des Lebens auf der Erde ermöglichten, vom Mars zu unserem Planeten transportiert hat.

Sind wir allein im Universum? So wollen Forscher Leben im All entdecken.

Die Suche nach Spuren von früheren Lebensformen gehört zu den Zielen des gemeinsamen Forschungsprojekts ExoMars der europäischen und russischen Raumfahrtorganisationen Esa und Roskosmos. Die Landung des ExoMars-Rovers, der Leben aufspüren soll, ist für 2019 geplant.

Auch die Forschungsprojekte im erdnahen Bereich liefern notwendige Erkenntnisse, damit Menschen in die weiteren Tiefen des Weltalls vordringen können. Auf der internationalen Raumstation entwickeln Forscher beispielsweise die erforderliche Kommunikationstechnologie für solche Projekte. Der deutsche Astronaut Alexander Gerst hat auf der ISS unter anderem Experimente über die menschliche Gesundheit im All betreut.

Eine kosmische Big-Brother-Show?

Neben den großen Raumfahrtorganisationen gibt es weitere Raumfahrt-Pioniere mit dem gleichen Ziel. Das private Projekt Mars One hat dabei weit ambitioniertere Pläne als die staatlichen Agenturen: Bereits 2025 will es nicht nur Menschen auf den Roten Planeten bringen, sondern eine erste Kolonie auf dem Planeten bauen.

Schon jetzt sind zahlreiche Bewerbungen für die Mission bei Mars One eingegangen. 100 von ihnen haben es in die Vorauswahl geschafft, aus der die 40 bestimmt werden, die letztendlich die Reise zum Mars antreten dürfen. Für die Mars-One-Astronauten bedeutet der Start einen endgültigen Abschied vom Planeten Erde. Das Ziel ist die dauerhafte Besiedlung unseres Nachbarplaneten, eine Rückkehr ist auch aus Kostengründen ausgeschlossen.

Darum sind die Ergebnisse von "Philae" für die Wissenschaft so wichtig.

Mars One will sich dadurch finanzieren, dass sie die Mission als Reality Show im Fernsehen vermarktet. Auch zu diesem Zweck soll die Kommunikation der zukünftigen Marsbewohner mit der Erde gut funktionieren. Sogar ein Internetzugang ist geplant. Ein direkter Austausch mit den Menschen auf der Erde ist mit der jetzigen Technologie aber nicht möglich: Funksignale benötigen bis zu 22 Minuten für die Distanz zwischen dem Mars und der Erde. Telefongespräche und Liveübertragungen sind deshalb unmöglich.

Anders als Mars One nehmen die staatlichen Agenturen bei ihren Projekten den weit größeren Aufwand in Kauf, um ihre Astronauten zurückzubringen. Das gibt der privaten Initiative einen zeitlichen Vorsprung. Auch bei den Vorkehrungen für die Gesundheit der Marsreisenden setzten die verschiedenen Mars-Projekte unterschiedliche Maßstäbe an. Während Esa, Nasa und Roskosmos jahrelange Forschung über die menschliche Physiologie im Weltall einplanen, sieht das Mars One Projekt nach den Angaben auf der Projektwebseite vor, dass die künftigen Marsbewohner darin trainiert werden sollen, längere Zeit an entlegenen Orten zu leben, ihre technische Ausrüstung zu reparieren und Lebensmittel in der Marskolonie zu erzeugen.