Haan (dpa/tmn) - Der Buchsbaum ist hierzulande weit verbreitet. Doch die Pflanzen leiden derzeit unter zwei Plagen: Zum einen fressen Raupen des Buchsbaumzünslers viele Pflanzen von innen her kahl. Zum anderen leidet das Immergrün oft unter Pilzbefall.

Daher raten Profis inzwischen sogar davon ab, Verluste wieder mit einem Buchsbaum zu ersetzen, berichtet der Verband der Gartenbaumschulen (GBV) in Haan (Nordrhein-Westfalen).

Wie kann der Schädlingsbefall erkannt werden?

Den Buchsbaumzünsler kann man meist ab etwa Mitte März bis Anfang April bemerken. Aber der Befall ist anfangs nur schwer zu erkennen, denn die grünen, etwa fünf Zentimeter langen Raupen fressen sich tief im Inneren des Gehölzes statt. Der Hobbygärtner sollte dann die Raupen absammeln und die typischen Gespinste reduzieren, indem er sie herausschneidet, erklärt das Landwirtschaftliche Technologiezentrum Augustenberg (LTZ) in Karlsruhe. Auch Pflanzenschutzmittel lassen sich zwischen April und Juli ausbringen.

Wie macht sich der Pilzbefall bemerkbar?

Der Pilz namens Cylindrocladium buxicola verfärbt die Blätter braun, die später abfallen. Man spricht hier auch vom "Triebsterben". Erkennen lässt sich der Befall auch an schwarzen Streifen auf den Trieben, erklärt das LTZ. Die typischen Pilzgeflechte entwickeln sich auf den abgestorbenen Blättern nur bei hoher Luftfeuchtigkeit. Hobbygärtner müssen daher auf einen Befall auch besonders in Zeiten mit feuchtkühlem Wetter achten.

Wie gehe ich dann vor?

An großen Buchsbäumen schneidet der Gärtner den Befall kräftig raus, kleine Pflanzen rodet er. Und auch die oberste Bodenschicht sollte er abtragen. Wichtig ist hier: Das befallene Grünzeug und den Boden in den Hausmüll, nicht auf den Kompost geben. Hier würden sich die Sporen weiter verbreiten. Das Werkzeug wird anschließend mit 70-prozentigem Alkohol gereinigt. Pflanzenschutzmittel zur Bekämpfung des Pilzes sind im Haus- und Kleingarten nicht zugelassen.

Kann ich meinen Buchsbaum davor bewahren?

Pilze mögen Feuchtigkeit. Daher sollte man die Pflanzen so gießen, dass die Blätter nicht nass werden - also unten direkt an den Wurzeln. Und Kübelpflanzen stehen am besten unter einem Dach, wo sie dem Regen nicht ausgesetzt sind, erklärt das LTZ.

Was sind meine Alternativen zu Buchsbäumen?

Der Verband der Gartenbaumschulen rät zur Japanischen Hülse (Ilex crenata) und darunter besonders zu der Sorte 'Dark Green'. Für niedrige Hecken eignet sich die Sorte 'Caroline Upright'. Weitere Empfehlungen des Verbandes sind der Tatra-Seidelbast (Daphne arbuscula), die Sorte 'Bloombux' des Kleinblütigen Rhododendrons (Rhododendron micranthum), die Sorte 'Nana' der Polsterberberitze (Berberis buxifolia). Auch die Sorte 'Mecki' des kleinwüchsigen Lebensbaums (Thuja occidentalis), 'Renke’s Kleiner Grüner' der Eibe (Taxus baccata) und die verschiedenen Sorten der Steineibe (Podocarpus nivalis) empfehlen die Experten.

Gute Alternativen zum Buchsbaum

Japanische Hülse (Ilex crenata): Die Sorte ‚Dark Green‘ lässt sich gut in Form schneiden. Für niedrige Hecken empfehlen die Experten die Sorte 'Caroline Upright'. Die Art Ilex mag einen sonnigen bis halbschattigen Standort im Garten. Ihr Vorteil: Sie übersteht auch strenge Winter. Aber das Gehölz sollte nicht unbedingt in lehmigem Boden wachsen, da es mit Staunässe nicht gut klarkommt.

Tatra-Seidelbast (Daphne arbuscula): Er sieht dem Buchsbaum sehr ähnlich, verzweigt sich gut und passt in Beeteinfassungen wie auch direkt ins Beet als Bodendecker. Seine violetten Blüten zeigen sich im April sowie ein zweites Mal im Spätsommer.

Sorte 'Bloombux' des Kleinblütigen Rhododendrons (Rhododendron micranthum): Während Rhododendren eigentlich einen leicht sauren und humosen Boden brauchen, wächst diese Neuzüchtung in jeder lockeren Erde. Und sie bleibt klein.

Sorte 'Nana' der Polsterberberitze (Berberis buxifolia): Ihre dunkelgrünen Blätter ähneln denen des Buchsbaums. Diese Zwergform wächst kompakt und langsam, außerdem bildet sie im April gelbe Blüten. Und die Sorte hat weniger Dornen als gewöhnliche Berberitzen

Sorte 'Mecki' des Kleinwüchsigen Lebensbaums (Thuja occidentalis): Er eignet sich gut als Buchsbaum-Ersatz für die typischen Hecken-Ornamente. Sogar der bekannte Barockgarten Herrenhausen in Hannover greift laut GBV darauf im großen Stil zurück. Die Sorte verträgt gut Schnitte und sie ist frosthart.

Sorte 'Renke’s Kleiner Grüner' der Eibe (Taxus baccata): Sie verzweigt sich breit und wächst langsam. Ihr besonderer Vorteil ist, dass sie sich wie der Buchs auch gut in Form schneiden lässt.

Steineibe (Podocarpus nivalis): Sie gehörte laut GBV zu den wertvollsten Zwergkoniferen. Das Gehölz gedeiht kompakt und breit, zudem ist es schnittverträglich. Diese Pflanze ist eine Alternative insbesondere für vollsonnige Standorte.

Sorte 'Little Rascal' des Amerikanischen Ilex (Ilex meserveae): Diese Pflanze eignet sich gut als Buchsersatz für Kübel. Sie bildet einen dichten Busch und gedeiht von Natur aus kugelig. Besondere Vorteile sind die gute Forsthärte und der langsame Wuchs.© dpa