Washington (dpa) - Wissenschaftler der US-Raumfahrtbehörde Nasa haben einen erdähnlichen Planeten entdeckt.

Der "Kepler-452b" getaufte Himmelskörper sei eine Art" größerer und älterer Cousin" der Erde, teilten die Forscher bei einer Pressekonferenz mit.

Der mit dem Weltraumteleskop "Kepler" entdeckte Planet befinde sich in der bewohnbaren Zone nahe eines anderen sonnenartigen Sterns. Wasser könnte dort, aufgrund der ähnlichen Oberflächentemperatur zur Erde, flüssig sein - eine der Grundvoraussetzungen für Leben. Der Planet liegt 1400 Lichtjahre entfernt und ähnelt der Erde ebenfalls in seiner Größe. Er ist eineinhalb Mal so groß wie die Erde und seine Oberfläche ist vermutlich felsig.

Gibt es Leben auf "Kepler-452b"?

Der Exoplanet wird genau wie die Erde von einem anderen Stern beleuchtet. Seine Sonne umrundet "Kepler-452b" in 385 Tagen und sein Jahr dauert somit nur einige Tage länger als das der Erde. Er ist sechs Milliarden Jahre alt und somit eineinhalb Milliarden Jahre älter als unser Planet. Dies bedeutet also prinzipiell, dass "Kepler-452b" lange genug in einer lebensfreundlichen Umgebung unterwegs gewesen sein könnte, damit Leben auf ihm entsteht.

"Es ist beeindruckend, wenn man sich vorstellt, dass dieser Planet sechs Milliarden Jahre in der bewohnbaren Zone eines Sterns verbracht hat, länger als die Erde", sagte Nasa-Wissenschaftler Jon Jenkins. "Das ist eine wesentliche Möglichkeit für die Entstehung von Leben - wenn denn alle wesentlichen Voraussetzungen und Konditionen dafür auf diesem Planeten existieren."

Der Nasa-Planetenjäger "Kepler" - benannt nach dem deutschen Astronomen Johannes Kepler (1571-1630) - war 2009 in die Erdumlaufbahn gebracht worden, um dort nach extrasolaren Planeten (Exoplaneten) zu suchen. Bislang sind so fast 4700 mögliche Exoplaneten entdeckt worden, bestätigt sind inzwischen 1030. 2013 hatte das Teleskop seine Arbeit wegen eines technischen Defekts beenden müssen, seine Daten werden jedoch weiter ausgewertet.

Die "Kepler"-Mission hat den Wissenschaftlern deutlich gemacht, dass erdähnliche Planeten keine Seltenheit sind. Schätzungen zufolge besitzt mindestens jeder zweite Stern in etwa erdgroße Planeten. Das bedeutet allerdings nicht zwangsläufig, dass es auf einem dieser Himmelskörper auch Leben gibt.© dpa