(mfr/ah) - Seit jeher versuchen Wissenschaftler einen Weg zu finden, Menschen unsterblich zu machen. Diesem Projekt hat sich auch ein Russe verschrieben, der mit seiner Initiative "2045" das menschliche Gehirn in einen Roboter verpflanzen will. Für das nötige Geld sollen die reichsten Menschen der Welt sorgen.

Der Medienunternehmer Dmitry Itskov will den Traum von der Unsterblichkeit ab dem Jahr 2045 Wirklichkeit werden lassen. Über seine Pläne informiert er auf seiner Website "2045.com". Wie aber soll das funktionieren? Zusammen mit einem Team von 30 Forschern plant Itskov, das menschliche Gehirn in einem humanoiden Roboter weiterleben zu lassen. Das ist ein Roboter, der der menschlichen Gestalt nachempfunden ist. Auf diese Weise möchte er das menschliche Leben radikal verlängern.

Sein Vorhaben teilt Itskov in vier verschiedene Arbeitsschritte ein. Von 2015 bis 2020 plant er, eine Roboter-Kopie des Menschen anzufertigen. In diese soll innerhalb der darauffolgenden fünf Jahre das menschliche Gehirn verpflanzt werden. Im dritten Schritt soll der wichtigste Teil des Menschen - dessen Persönlichkeit - in ein künstliches Gehirn übertragen werden. Das Projekt ist dann von Erfolg gekrönt, wenn im Jahr 2045 menschliches Leben in einer Art Hologramm-Körper möglich sein sollte.

Menschen mit einem körperlichen Leiden könnten von dieser bahnbrechenden Technologie profitieren, heißt es auf Itskovs Website. "Jeder Patient mit einem gesunden Gehirn hat die Möglichkeit, zurückzukehren in ein Leben mit einem voll funktionsfähigen Körper."

Es liegt nahe, dass dieses - gelinde gesagt - ambitionierte Projekt Milliarden an Forschungsgeldern verschlingen wird. Dafür hat sich Dmitry Itskov bereits eine Lösung einfallen lassen: Wieso nicht die reichsten Menschen der Welt um finanzielle Unterstützung bitten? In einem offenen Brief auf "2045.com" richtet sich der 31-jährige Russe direkt an die von "Forbes" gelisteten Milliardäre dieser Welt: "Sie haben hart an Ihrem Erfolg gearbeitet und damit oftmals Ihre Gesundheit und Lebensdauer gefährdet (…). Im Moment finanzieren Sie noch Wirtschaftsprojekte, die Ihnen nur weitere Millionen einbringen. Sie haben aber auch die Möglichkeit, in die Verlängerung Ihres Lebens bis hin zur Unsterblichkeit zu investieren." Taktisch geschickt erinnert Dmitry Itskov an all die verpassten Chancen, die man am Ende seines Lebens bedauern wird. Eines Tages möchte Dmitry Itskov seine Technologie jedem Interessierten zugänglich machen. Zwar koste heutzutage ein humanoider Roboter noch 300.000 Dollar, irgendwann könne die Technologie aber sicher in Massenproduktion gehen. Dann wären die Kosten seiner Meinung nach mit denen eines Autos vergleichbar.

Den "Segen" des Dalai Lama hat der Medienunternehmer immerhin schon: Bei einem Treffen in Dharamsala (Nordindien) sollen er und das Oberhaupt des Buddhismus die anvisierten Meilensteine des Projektes besprochen haben, wie die Webseite "neurogadget.com" schreibt.