Seit Mittwoch bewegt sich ein Sonnensturm mit rasender Geschwindigkeit auf die Erde zu. Auslöser war eine ungewöhnlich starke Eruption auf der Sonne. Wir Menschen werden die Auswirkungen höchstwahrscheinlich am Freitag zu spüren bekommen. Ernsthaft gefährlich ist der Sonnensturm aber nicht.

Auf der erdzugewandten Seite der Sonne braute sich am Mittwochnachmittag etwas zusammen: ein sogenanntes "X-Class-Flare". Dabei handelt es sich um eine Eruption der stärksten Kategorie. Auslöser der Erschütterung war die erhöhte Strahlung innerhalb der Chromosphäre, der Gasschicht der Sonne. Daraufhin wurden energiegeladene Partikel ins Weltall geschleudert. Wissenschaftler bezeichnen dies als Sonnensturm. Dieser Sonnensturm bewegt sich im Augenblick auf die Erde zu.

Was ist ein Sonnensturm?

Da Sonnenstürme die Magnetosphäre der Erde stören, nennt man sie auch magnetische Stürme. Sie treten als normaler Teil des Sonnenzyklus auf und stellen keine Seltenheit dar. Der letzte Sonnensturm der aktuellen Stärke liegt allerdings ein paar Jahre zurück, wie Tom Berger, Direktor der US-Regierungsbehörde für Weltraumwetter NWS Space Weather Prediction Center (NOAA) gegenüber der Nachrichtenagentur AP erklärte. "Bei dem Sonnensturm handelt es sich um den stärksten seit mehreren Jahren", so Berger. "Es gab eine gewaltige Explosion auf der Sonne."

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Glutroter Sonnenball

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Wann erreicht der Sonnensturm die Erde?

Der Sonnensturm rast mit einer beeindruckenden Geschwindigkeit von vier Millionen Stundenkilometern durchs All. Voraussichtlich wird er am Freitagmorgen hier ankommen, wie die NOAA vermeldet. Experten berechnen derzeit noch die genaue Flugbahn des magnetischen Sturmes.

Mit welchen Auswirkungen ist zu rechnen?

Die Ankunft des Sonnensturms auf der Erde könnte das Stromnetz und Satelliten beeinträchtigen. Es kann auch zu Funkstörungen oder Schäden in Überlandleitungen kommen. Ernsthafte Gesundheitsschäden sind nach Expertenaussage nicht zu erwarten. Lediglich Passagiere von sehr hoch fliegenden Flugzeugen und Astronauten könnten stärkerer Strahlung ausgesetzt sein. Doch Sonnenstürme haben auch einen positiven Nebeneffekt: Sie können Polarlichter auslösen. Die Leuchterscheinungen werden vermutlich verstärkt in Kanada und Nordamerika zu sehen sein.© Glutamat