In Actionfilmen sind sie die großen Highlights, kein Western kommt ohne aus: Schießereien. Doch wie realistisch sind minutenlange Schusswechsel? Und welche "coolen" Szenen mit heißem Eisen sind fieser Fake? Wir gehen den Tricks von Hollywood und seinen schießwütigen Ballermännern mal auf den Grund.

Natürlich haben Hollywood, Babelsberg und Co. das Recht, im Film etwas zu übertreiben. Doch was steckt hinter wilden Unterwasserschießereien sowie coolem Posen mit der Waffe - und kann die Bibel in der Brusttasche tatsächlich als Lebensretter dienen?

Pistole schräg halten wie Brad Pitt in "Sieben"

Brad Pitt sieht in dem Thriller "Sieben" mit einer schräg gehaltenen Knarre ziemlich lässig aus und Quentin Tarantino unterstreicht in "From Dusk till Dawn" seine Psychopatenrolle durch diese Haltung.

In Actionfilmen aus den Neunzigern war dieses Wumme-Halten ein Muss, auch heutzutage kommt kaum ein gewiefter Pistolero ohne einen 90 Grad gedrehten Revolver aus.

Ob cool oder peinlich, diese Geste hat einen großen Nachteil, wenn man nicht mit einer vollautomatischen Hightec-Waffe schießt: Sie kann die Kugel blockieren und für einen Blindgänger sorgen. Der Rapper Raymond "Ready" Martinez bezahlte diese Tatsache 2010 mit seinem Leben, weil seine Waffe bei einer Schießerei mit der Polizei versagte.

Doch Hollywood ist nun mal nicht das wahre Leben und daher ziehen viele Regisseure diese Pose der schulbuchmäßigen Haltung vor – aufgrund eines großen Vorteils: Die Kamera blickt nicht nur bedrohlich tief in den Lauf der Knarre, sie hält auch den Blick des Schützen fest.

Überraschenderweise stammt dieser sogenannte "Sideways Grip" nicht aus den Neunzigern, in denen er eine filmische Hochphase hatte. Eine der ersten Schusswechsel mit schräger Haltung stammt aus Marlon Brandos Film "Der Besessene" aus dem Jahr 1961.

Schießerei unter Wasser wirklich möglich?

Ein guter Killer erledigt seinen Job überall: Auf dem Land, in der Luft oder auch unter Wasser. Doch funktioniert eine herkömmliche Knarre auch in Tiefen des Meers?

Heckler & Koch hat in der Tat seit einiger Zeit eine Version des G36 für Kampfschwimmer im Angebot, die auch unter Wasser feuert. Aber eben nur dort.

Erst 2015 hat der russische Kalaschnikow-Hersteller Rostec ein Sturmgewehr vorgestellt, das sowohl unter Wasser als auch auf dem Land ballert. Doch wilde Verfolgungsjagden, wie bei James Bond durchaus üblich, sind auch damit nicht möglich. Denn die Munition funktioniert entweder an der Luft oder unter Wasser, Hybridgeschosse gibt es noch nicht.

Kann die Bibel in der Brusttasche Leben retten?

Es ist ein immer wiederkehrendes Motiv in Western: Ein Protagonist überlebt einen gezielten Schuss auf das Herz, weil eine Bibel in der Brusttasche steckte. Göttliche Fügung oder maßlose Übertreibung?

Medien berichten von lebenden Beispielen. Anfang 2014 soll ein 49 Jahre alter Mann aus Dayton im Bundesstaat Ohio eine Schießerei überlebt haben, weil er eine Ausgabe des Neuen Testaments bei sich trug. Zwei Kugeln konnten das Werk anscheinend nicht durchstoßen und prallten ab. Eine Legende?

Fakt ist: Sogar in Deutschland überlebte ein 42 Jahre alter Unterallgäuer Anfang dieses Jahres ein Familiendrama, weil sein Smartphone die Kugeln abhielt. Ob sich darauf eine Bibel-App befunden hat, ist nicht bekannt.

Minutenlange Schießereien mit Maschinengewehren?

Was wäre ein Actionfilm ohne endlose Ballerszenen? Vielen Fans geht das Herz erst auf, wenn die Luft von Blei erfüllt ist - Baller-Szenen von "El Mariachi" über "Rush Hour" bis hin zu "Gran Torino".

Eine der beliebtesten Schnellfeuerwaffen von Hollywood ist die M-10, sie knallt innerhalb einer Minute eine Salve von 1.000 Schuss heraus – zumindest in der Theorie.

Das Problem: Das Kaliber fasst gerade mal 30 Kugeln und wäre demnach nach 1,8 Sekunden leergepustet. Würde man von einer Sonderanfertigung der Knarre für einen besonders fiesen Ganoven ausgehen, könnte er tatsächlich 1.000 Schuss laden.

Problem nur: Die Munition alleine würde 15 Kilogramm wiegen. Ob ein Schütze mit so einem Prügel in der Hand gut treffen kann, sei mal dahingestellt.

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Funkenregen durch Kanonenkugeln?

Böse Jungs liefern sich meistens Verfolgungsjagden mit den Cops. Sie landen dabei nicht selten entweder am Hafen oder in einem Industriegebiet. Hier geht es dann zu Fuß weiter, die Feuerleiter einer Fabrikhalle hoch aufs Dach, wo eine Tür in die Quere kommt. Alle Szenarien haben eines gemeinsam – sie sind voller Metall und Stahl.

Und die Kugeln fliegen wie wild durch die Gegend, schlagen überall ein, wo sie nicht sollen, sie streifen die Metallstufen oder touchieren die Tür. Die Filmemacher verdeutlichen diese Fehlschläge durch Funken, hervorgerufen durch den Aufprall der Munition auf das Metall.

Doch das ist rein physikalisch gar nicht möglich, denn die Projektile sind in der Regel aus legiertem Blei und eben nicht aus Stahl. Doch das Blei wird nicht heiß genug, glüht also nicht auf und schlägt daher auch keine Funken.

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