Sie schreiben die Geschichte des Universums neu oder bauen Atomreaktoren und sind dabei doch noch Kinder: Diese jungen Genies werden die Zukunft der Menschheit verändern, oder haben es bereits getan.

Neil Ibata - Galaxienforschung

Der 15-jährige Neil Ibata könnte die Struktur des Universums verändern – besser gesagt, das Verständnis der Struktur. Der Teenager errechnet mit einem speziellen Programm, dass Zwerggalaxien um die Andromeda-Galaxie nicht - wie bislang angenommen - wirr durcheinander schwirren. Vielmehr umkreisen sie die Andromeda-Galaxie in einer geordneten "Pfannkuchen-Struktur".

Das stellt die bisherigen Theorien über die Entstehung von Sternensystemen auf den Kopf. Möglich wurde die Entdeckung durch seinen Vater Rodrigo. Dieser arbeitet am astronomischen Institut in Straßburg, hatte mit seinem Experten-Team die Daten gesammelt und Neil den Zugang zu der speziellen Auswertungs-Software ermöglicht.

Lohn der Arbeit: Der Schüler schafft es als Mitverfasser der Studie über Astrophysik in das britische Wissenschaftsmagazin "Nature".

Ainan Cawley – das Chemie-Genie

Dass Ainan Cawley einmal etwas Besonderes werden würde, erkennen seine Eltern bereits zwei Wochen nach seiner Geburt im Jahr 1999. Es war der Moment, als der Knirps laut seinem Vater erstmals das Wort "Wasser" benutzt hat, wenn er durstig war.

Mit zwei Monaten kann er angeblich die Zeit einer Uhr ablesen und weiß genau, wann seine Mutter nach Hause kommen wird. Mit vier Monaten fängt er an zu krabbeln, mit sechs Monaten kann er gehen und im Alter von drei Jahren beginnt er dreidimensionale Bilder zu malen, wie beispielsweise die "Deutsche Presseagentur" 2007 berichtet.

Wissenschaftler prophezeien dem Jungen eine große Karriere in der Chemie. "Er verspricht einer der größten Denker unserer Zeit zu werden", meint sein Vater. 2007 besteht der siebenjährige halb irische und halb singapurische Junge eine Chemie-Prüfung für 16-Jährige. Doch mit dem Laborplatz an der Uni ist das so eine Sache – die Arbeitsplätze sind viel zu hoch und der Kleine damit ein Sicherheitsrisiko. Doch kein Grund für Ainan aufzugeben: In der Zwischenzeit ist er einfach der Struktur der Moleküle auf der Spur. Und das mit dem Wachsen wird schon klappen.

Inzwischen studiert Ainan nach Aussage seiner Mutter in Malaysia. An der "Taylor's University" hat der Junge eine ausgewogene Kurs-Mischung verschiedener Naturwissenschaften, Mathematik und Geisteswissenschaften belegt.

David Stuart – Entschlüsselung der Maya-Glyphen

Im Alter von acht Jahren begleitet David Stuart (geboren 1965) seinen Vater George auf eine Forschungsreise nach Cobá in Mexiko und seine Faszination für die Schrift der alten Hochkultur beginnt. Bis zu diesem Zeitpunkt waren bereits Teile des Maya-Kalenders entschlüsselt, die Texte aber noch nicht vollständig lesbar. Das sollte Stuart ändern.

Mit zehn Jahren nimmt ihn die Forscherin Linda Schele auf eine weitere Forschungsreise nach Palenque mit. Wenn er etwas über Maya-Glyphen lernen will, muss er es selbst herausfinden. Sie übereicht ihm eine Tafel mit Inschriften zum Üben. Ein paar Tage später präsentiert er ihr seine Ergebnisse: In der kurzen Zeit hat der Junge Lösungen zur Entschlüsselung gefunden, für die Scheles Team fast drei Jahre gebraucht hatte.

Damit ist der Grundstein zur Wissenschaftler-Karriere gelegt. Mit zwölf Jahren verfasst der kleine David seine erste wissenschaftliche Arbeit zur Schrift der Maya und beginnt Vorträge zu halten. Der große Durchbruch kommt mit 17. Stuart erkennt, dass viele verschiedene Glyphen für einen phonetischen Laut stehen. Damit ist der Schlüssel zum Maya-Code gefunden und die Geschichte der Hochkultur lesbar, wie er selbst in einer TV-Dokumentation über die Entschlüsselung erzählt.

Taylor Wilson – Fusionsreaktor in Eigenregie

Eigentlich muss man vor Taylor Wilson ein wenig Angst haben: Mit zehn Jahren baut er seine erste Bombe aus Haushalts-Chemikalien und einer Pillendose. Mit elf versucht er selbst Uran abzubauen und im Internet Plutonium zu bestellen. Mit 14 schließlich wird er zum jüngsten Wissenschaftler, der einen Fusions-Reaktor entwirft. Kein Wunder also, dass der Heimatschutz und das Energieministerium der USA auf den 1994 geborenen Jungen aufmerksam werden, wie beispielsweise die Online-Ausgabe des Nachrichtensenders "CNN" berichtet.

Denn der kleine Kernphysiker hat nicht nur eine Affinität für spaltbares Material, sondern auch brillante Ideen wie man radioaktive Elemente günstiger als bisher aufspüren kann. Der von ihm entwickelte "Cherenkov Detektor", eine Weiterentwicklung des bekannten Geiger-Zählers, kostet nur ein paar hundert Dollar. Die Konkurrenz aus der Wirtschaft verlangt für ähnliche Geräte mehrere hunderttausend Dollar. So sollen die US-Grenzen besser gegen terroristische Atom-Attacken geschützt werden.

Im Mai 2011 reicht Wilson seine Erfindung beim "Intel International Science and Engineering Fair" ein. Er setzt sich gegen über 1.500 andere Teilnehmer durch und gewinnt das Preisgeld in Höhe von 50.000 US-Dollar. Momentan studiert er an der Universität von Nevada.

Babar Iqbal – das jüngste IT-Genie bei Microsoft

Technik ist etwas für die Jugend? Dann scheint Babar Iqbal, geboren 1997, genau sein Fach gefunden zu haben. Denn bereits im Alter von fünf Jahren beginnt der kleine Junge aus Pakistan mit dem Programmieren. Es folgt eine steile IT-Karriere, wie er auf seiner Webseite schreibt.

Im Eiltempo meistert er eine technische Ausbildung nach der anderen und wird mit elf Jahren schließlich das jüngste Mitglied im "Microsoft Student Partner"-Programm. Das Ausbildungsprogramm fördert junge Menschen im IT-Umfeld. Der Schwerpunkt liegt hauptsächlich in der praktischen Anwendung bestimmter Microsoft-Entwicklungen und der Schulung von weiterem Personal.

Seit 2009 lebt Iqbal in Dubai und arbeitet für den Computer-Riesen aus Redmond. 2012 fand seine Forschungsarbeit zu "Digitaler forensischer Wissenschaft", der Beschaffung, Analyse und Auswertung digitaler Beweismittel auf verschiedenen Endgeräten, bei Behörden und Wissenschaftlern viel Anklang.