Wasservorräte schützen statt nur sparen
Wer zu viel Wasser im Haushalt spart, tut nicht unbedingt viel für die Umwelt. "Dann werden die Rohre nicht ordentlich gespült - und der Wasservorsorger muss Wasser einleiten, damit sie nicht verstopfen", erläutert Roland Pause, Referatsleiter Wohnen bei der Verbraucherzentrale Sachsen in Leipzig. Am Ende verpuffe so der Effekt der gut gemeinten Tat.
"Natürlich hilft es grundsätzlich, wenn man duscht statt badet oder Regenwasser für die Toilettenspülung nutzt", sagt Pause anlässlich des Weltwassertages am Freitag (22. März). Doch besser sei es, sich dafür einzusetzen, dass weniger virtuelles Wasser verbraucht wird. Darunter versteht man Wasser, das bei der Produktion von Gütern wie Lebensmitteln verbraucht wird. "Für 125 Milliliter Kaffee werden 140 Liter virtuelles Wasser benötigt", erklärt Pause. "Für ein Auto braucht man 200 000 Liter."
Etwas tun gegen die Verschwendung kann man zum Beispiel, indem man saisonale Lebensmittel kauft. Diese kommen in Deutschland meist ohne künstliche Bewässerung aus und verbrauchen somit kaum virtuelles Wasser. Wer außerdem auf regionale statt internationale Produkte setzt, könne dafür sorgen, dass in Ländern, wo Wasser ein knappes Gut ist, die Industrie weniger verschwendet. "In Deutschland haben wir relativ günstige Verhältnisse. Wir haben die 122 Liter zur Verfügung, die pro Person und Tag in Deutschland durchschnittlich verbraucht werden", berichtet der Wohnexperte. "Aber anderswo stehen nicht mehr als 20 Liter pro Tag und Person zur Verfügung."
Vorräte zu schützen statt zu viel zu sparen sei auch die Devise für Verbraucher, die im Haushalt bewusster mit Wasser umgehen möchten. Zum einen sollten sie das Grundwasser nicht unnötig belasten. "Wer im Garten düngt, sollte biologische Mittel nehmen", gibt Pause ein Beispiel.
Daneben sollte das Abwasser nicht zu stark verschmutzt werden. Reste von Speisen und Hygieneartikeln, Öle, Fette und Medikamente gehören beispielsweise nicht in die Toilette, sondern in den Rest- oder Sondermüll. Denn Kläranlagen müssten mit immer aufwendigeren Verfahren das kostbare Gut reinigen. "Und dafür braucht man wiederum virtuelles Wasser", sagt Pause.
Wasser - lebenswichtig, aber für viele Menschen knapp
Ohne Wasser können Menschen, Tiere und Pflanzen nicht leben. In vielen Teilen der Welt ist der Umgang mit Wasser verschwenderisch - anderswo ist Wasser ein kostbares Gut. Zahlen und Fakten:
- Je nach Alter, Geschlecht und Kondition besteht der Mensch zu etwa 60 Prozent aus Wasser. Ohne zu trinken, überlebt er nur wenige Tage.
- Knapp drei Viertel der Erdoberfläche sind mit Wasser bedeckt. Experten warnen, dass der Klimawandel den Meeresspiegel steigen lässt.
- Knapp 900 Millionen Menschen in den Entwicklungsländern haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser.
- Krankheitserreger im Trinkwasser verursachen jährlich den Tod von mehr als 1,5 Millionen Kindern.
- Jedes Jahr sterben etwa 3,5 Millionen Menschen an den Folgen schlechter Wasserversorgung.
- Das meiste Wasser (70 Prozent) wird weltweit in der Landwirtschaft verbraucht.
- Weltweit fließen 80 Prozent des städtischen Abwassers unbehandelt in Flüsse, Seen oder ins Meer. In Entwicklungsländern sind es bis zu 90 Prozent.
- In vielen Schöpfungsmythen versinnbildlicht Wasser den Ursprung allen Lebens.
139 Meinungen zu "Bloß nicht zu viel Wasser sparen"
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samsara123
Montag, 25.03.2013, 09:09 Uhr @strafverfolger Du verbrauchst Energieträger. Energie kannst Du nicht verbrauchen. Vollkommen egal, ob ich unbelehrbar bin, oder nicht. Um die Tatsachen kommt man nicht herum. -
heizi
Montag, 25.03.2013, 08:50 Uhr Weitere Infos zum Thema "Ist Wasser sparen in Deutschland sinnvoll?" findet man auch in einer Artikelserie die letzten Freitag veröffentlicht wurde http://www.heizsparer.de/ist-wasser-sparen-in-deutschland-sinnvoll -
dubbl
Sonntag, 24.03.2013, 15:54 Uhr @ Bartblablabla S. 19: Oh, da bin ich ja an einen ganz schlauen Kopf geraten. Ich hätte da noch einen Tipp für dich, ehe du dir zu intelligent vorkommst: Vielleicht solltest du erst die Beiträge lesen, auf die ich mich beziehe? Das ist auch in Zeiten des Internets sehr zu empfehlen, ehe man sich zu irgendwas äußert. (Ich weiß, es ist zu viel verlangt, aber ein Versuch ist's wert) -
niebel7777
Sonntag, 24.03.2013, 11:26 Uhr Wasservorräte schützen statt nur sparen Das passiert erst, wenn Nestle, etc. alle Wasservorräte auf Dauer voll übernommen und die Politiker und Lobbyisten ihre Versorgungsposten eingenommen haben! -
Rosalie12
Sonntag, 24.03.2013, 10:49 Uhr Über manche Schnapsidee kriegt man echt einen dicken Hals. Wenn zum Beispiel neulich bei mir der Installateuer in der Toilette erzählt ich müsse immer die Taste ( Spartaste) ganz lange durchdrücken und das auch zwischen durch( ohne was drin ) auch mal. Damit die Rohe sauber blieben. Schön die Idee - leuchtet mir auch ein, nur wo bleibt denn der Zuschuß wenn die Abrechnung kommt, und ich in den Nebenkosten Wasser/Abwasser für eine Person 804,00 Euro im Jahr stehen habe? Die Damen und Herren die solches ausdröseln und dann in Talkshows durchkauen habe alle eine so hohes Einkommen, die können diese hohen Kosten aus der Portokasse zahlen. Ich nicht. Leider trifft das inzwischen auf jeden ''geistreichen'' Politentschluß zu. Wieder ein typischer Hinweis für die Distanz zwischen Politik und Bürger. Ich beneide keinen jungen Menschen der keinen Oberklassen Papi hat der ihn von klein an in diese Richtung schubst. Der ganz normale junge, mittelalte Mensch der wird sich in Zukunft nur noch für Miete, Wasser, Strom und Heizkosten zu Tode schuften dürfen. -
Fabian25
Sonntag, 24.03.2013, 09:26 Uhr Lächerlicher Artikel. Man spart nicht Wasser um der Umwelt etwas zuliebe zutun sondern einfach um Geld zu sparen. Wenn die Rohre durchflutet werden müssen, dann zahl ich das ja nicht. Ergo, juckts mich nicht.
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