NASA zeigt seit zehn Jahren schaurig-schöne Satellitenbilder: Der Klimawandel sieht aus dem All nicht immer nur dramatisch aus.

Auf ihrer Webseite "Earth Observatory" zeigt die NASA seit über zehn Jahren Satelliten-Bilder von der Erde. Zum runden Geburtstag im Jahr 2009 präsentierte sie in einem Rückblick Bilder von ausgewählten Orten: "World of Change". Den Anfang macht der Amazonas-Regenwald im brasilianischen Bundesstaat Rondonia - ein Foto aus dem Jahr 2000.
Die ursprüngliche Fläche von 208.000 Quadratkilometern Wald in Rondonia schrumpfte gewaltig. Dieses Bild zeigt die Gegend um Buritis im Jahr 2002. Ein Jahr später waren der NASA zufolge in Rondonia Bäume auf einer geschätzten Fläche von 66.764 Quadratkilometern verschwunden.
Im Nordwesten Rondonias waren 2004 dicke Rauchschwaden zu sehen. Ein Zeichen für Brandrodung.
2006: Der Regenwald macht noch deutlicher sichtbar einem Fischgrätenmuster Platz, das sich immer tiefer in den Wald frisst.
2008 war an manchen ehemals bewaldeten Stellen kein Grün mehr zu sehen.
Ähnlich dramatisch ist die Entwicklung beim Aralsee, dessen Pegel 2000 im Vergleich zum Jahr 1960 (schwarze Linie) schon extrem gesunken war.
Von dem früher viertgrößten See des Planeten, der im Grenzgebiet von Kasachstan und Usbekistan liegt, ist nicht mehr viel übrig geblieben. 2002 sank der Pegel weiter.
2004 war der Pegel am früheren Nordwest-Ufer noch am höchsten. Doch damals war schon unverkennbar: Der See wird zur Salzwüste.
Mit dem Austrocknen ist im Aralsee der Salzgehalt gestiegen: Er ist doppelt so hoch wie im Meer. Hier eine Aufnahme aus dem Jahr 2007.
Der ehemals über 45.000 Quadratkilometer große See ist zu drei kleinen Gewässern geschrumpft. Auf diesem Foto aus dem Jahr 2009 hat der See nicht einmal mehr ein Viertel seiner früheren Gesamtfläche.
Keine Klimakatastrophe, aber trotzdem interessant: In Dubai entstand mit einem gigantischen Aufwand seit dem Jahr 2000 die Insel Palm Jumeirah. Auf diesem Bild ist noch nichts von dem künstlichen Eiland zu sehen. Die Küste davor ist zudem eher spärlich besiedelt.
Zwei Jahre später ändert sich die Szenerie: Die Palmeninsel nimmt erste Konturen an.
2004 ist der endgültige Grundriss der künstlichen Meeresplattform zu erkennen. Auch an Land hat sich einiges getan ...
Offenbar geht der Plan der arabischen Bauherren auf: Nicht nur auf der Insel, sondern auch an der Küste davor, sind 2007 viele neue Gebäude entstanden.
Nach neun Jahren hat sich die gesamte Region um den Landstrich in Dubai gewandelt: Das freie Gelände ist rar geworden.
Beim Lake Powell von einer Katastrophe zu sprechen, ist sicherlich nicht untertrieben. Wie auf dieser Satellitenaufnahme von 1999 zu sehen, war der in den 60er Jahren künstlich aufgestaute See am Colorado-River gut gefüllt.
Im Jahr 2001 hatte sich die Situation schon dramatisch geändert. Die nördlichen Teile des Gewässers waren - wie man an der staubig-grünlichen Farbe erkennen kann - teilweise versandet. Ursprünglich versorgte der Lake Powell Teile von Utah, Arizona und sogar das weiter entfernte Kalifornien mit Trinkwasser.
Aus der Luft konnte man im Mai 2004 bei dem See, der sich nördlich von Las Vegas befindet, durch die Versandung deutlich das Flussbett sehen.
Auch zwei Jahre später bietet der Lake Powell immer noch einen erbärmlichen Anblick. Das gesamte Flussbecken scheint versandet zu sein.
Anscheinend erholt sich der Stausee nun aber wieder: Heftige Schneefälle im Winter ließen im April 2009 durch das anschließende Schmelzwasser die Pegelstände zumindest im südlichen Teil wieder ansteigen.