Für mehr als 150 Millionen Jahre beherrschten Ichthyosaurier die Ozeane. Dann verschwanden sie von der Erde. Forscher vermuten, dass möglicherweise ein Klimawandel den Fischsauriern zu schaffen machte.

Das Aussterben der Fischsaurier vor etwa 93 Millionen Jahren hängt vermutlich mit Klima-Veränderungen in dieser Zeit zusammen. Die Vielfalt der unterschiedlichen Ichthyosaurier-Arten nahm nach und nach ab, außerdem erlahmte die evolutionäre Entwicklung der Gruppe, wie ein internationales Forscherteam nach der Analyse und Neubewertung von Ichthyosaurier-Funden berichtet.

Bei diesen Wasserfällen stockt den Besuchern der Atem.

Globale Umweltveränderungen hätten die marinen Ökosysteme vor etwa 100 Millionen Jahren schrittweise neu organisiert, schreiben die Wissenschaftler im Fachblatt "Nature Communications".

Fischsaurier hatten eine ähnliche Körperform wie heutige Delfine und viele kleine spitze Zähne in der schnabelartigen Schnauze. Sie stammen von echsenartigen Landtieren ab und mussten zum Luftholen auftauchen. Fossilien der Fischsaurier, von denen Dutzende Arten bekannt sind, wurden auch in Deutschland gefunden.

Die Ichthyosaurier verschwanden rund 30 Millionen Jahre vor dem großen Massensterben am Ende der Kreidezeit, bei dem unter anderem die Dinosaurier ausstarben und die Blütezeit der Säugetiere begann. Warum, ist bisher nicht genau geklärt.

Experten vermuten, dass andere marine Reptilien auftauchten und den Ichthyosauriern Konkurrenz machten. Oder dass ihre vorrangige Beute verschwand, die Belemniten, eine Gruppe fossiler Kopffüßer.

Starke Veränderungen in der Umwelt

Valentin Fischer von der britischen Universität Oxford und seine Mitarbeiter halten eine andere Ursache für wahrscheinlich. Sie hatten den Artenreichtum unter den Ichthyosauriern neu bewertet und die Ergebnisse mit Umweltdaten in Verbindung gesetzt, etwa zur Höhe des Meeresspiegels, zum Sauerstoffgehalt oder zur Temperatur des Wassers.

Viele noch lebende Tierarten haben schon Jahrmillionen auf dem Buckel.

In der frühen Kreidezeit war die Vielfalt unter den Fischsauriern am höchsten. Vor etwa 100 Millionen Jahren, zu Beginn des sogenannten Cenomaniums, kam es dann plötzlich zu einer drastischen Reduzierung der Artenvielfalt.

Klima-Unbeständigkeiten erklärten das Verschwinden der Ichthyosaurier in der Analyse am besten, berichten die Forscher. In den nachfolgenden Jahrmillionen war die Zahl und die Vielfalt der Fischsaurier deutlich reduziert. Außerdem besetzten sie scheinbar nicht mehr so viele ökologische Nischen wie zuvor.

Es sei seit langem bekannt, dass das Klima vor gut 90 Millionen Jahren extrem gewesen sei. Die Pole waren eisfrei, der Meeresspiegel sehr hoch. Das Wasser sei überdurchschnittlich warm und sauerstoffarm gewesen, erläutern die Autoren. Die marinen Ökosysteme hätten sich infolgedessen stark verändert. Das Aussterben der Ichthyosaurier scheine nur ein Aspekt einer weit umfassenderen Reihe von Veränderungen gewesen zu sein.© dpa