Ob es ein Leben nach dem Tod gibt, ist unter Wissenschaftlern stark umstritten. Sowohl für Pro als auch Contra können sich Forscher erwärmen und schlagen sich die Argumente nur so um die Ohren, denn die Ideologie spielt für die Vertreter der jeweiligen Position oft eine große Rolle.

Wenn man den Physiker Stephen Hawking nach seiner Meinung zu dem Thema befragt, scheint es nur eine Antwort zu geben. "Pfff, naja", sagte der an seinen Rollstuhl gefesselte Forscher genervt der britischen Zeitung "Guardian", "diese gewöhnliche Leben-Danach-Geschichte ist ein Märchen für Leute, die im Dunkeln Angst haben."

Größte Studie zu Nahtod-Erfahrungen: Das Bewusstsein bleibt erhalten.

Der weltbekannte Brite ist einer der heftigsten Gegner der Theorien um die menschliche Existenz nach dem Tod. Der geniale Forscher hält zudem nichts von Vorstellungen über Gott, einen Himmel oder auch Reinkarnation. Die Frage, warum wir hier sind, beantwortete Stephen Hawking dem "Guardian" zufolge so: "Unser Universum ist spontan aus dem Nichts entstanden. Da geht es um Wahrscheinlichkeiten, warum wir hier sind."

Stephen Hawking: Unser Gehirn ist eine Software

Dennoch hält der britische Physiker dem "Guardian" zufolge eine Existenz des Gehirns nach dem Leben für theoretisch möglich: "Wenn unser Geist mit einem Computer vergleichbar ist, dann ist unser Gehirn so etwas wie eine Software, die sich auf einen anderen Rechner kopieren lässt. Aber das geht weit über unsere Möglichkeiten hinaus."

Auf der Schwelle zum Tod offenbaren sich die wesentlichen Dinge.

Eine Studie unter Leitung des US-Herzforschers Sam Parnia in den USA, Großbritannien und Australien kommt zu einem anderen Ergebnis. Die Wissenschaftler hatten laut britischer Zeitung "Telegraph" Nahtod-Erfahrungen von über 2.000 Patienten gesammelt. Ein 57 Jahre alter Sozialarbeiter aus dem englischen Southampton hatte etwa detailliert geschildert, was im Krankenhaus geschehen war, in dem er drei Minuten lang klinisch tot gelegen habe. Parnia hält das für einen Hinweis auf ein Leben nach dem Tod.

Robert Lanza: die Theorie vom Biozentrismus

Der amerikanische Zellforscher Robert Lanza geht noch einen Schritt weiter. Er hält den Tod für eine Illusion. In seiner Biozentrismus genannten Theorie ist das Lebensende eine Realität, die nur in unseren Köpfen existiert. Demnach gibt es für das Leben keine Grenzen.

Der Biozentrismus sei mit der Idee der Paralleluniversen zu vergleichen, berichtet der britische "Independent". So wie in vielen Universen alles möglich sei, so könnte unsere Vorstellung von Zeit und Fortdauer nur eine Alternative von vielen anderen sein.

Robert Lanza versucht seine Idee mit dem Gebrauch von Farben anschaulich zu machen: Wenn wir erwarteten, dass der Himmel blau sei, dann wäre er blau. Aber wenn unsere Gehirnzellen darauf trainiert wären, das er grün sei, dann würden wir ihn, so Lanza, gemäß unserer Einstellung grün sehen. Übertragen auf das mögliche Leben nach dem Tod, kommt Lanza zu dem Schluss: Wenn wir sterben, so der Zellforscher zum "Independent", verwandelt sich unser Leben zu einer "ewigen Blume, die als Blüte im Multiversum zurückkehrt."

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