Berlin (dpa) - Liberia hat die deutsche Bundesregierung förmlich um Unterstützung im Kampf gegen den Ebola-Virus gebeten.

"Ohne mehr direkte Hilfe von Ihrer Regierung werden wir diese Schlacht gegen Ebola verlieren", schrieb Liberias Staatspräsidentin Ellen Johnson-Sirleaf nach Informationen der "Tageszeitung" aus Berlin an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU).

In dem Schreiben, das der "taz" vorliege, fordere Johnson-Sirleaf den Aufbau und Betrieb mindestens einer Ebola-Behandlungsstation in Monrovia. Außerdem solle Deutschland die Grundversorgung in mindestens zehn Nicht-Ebola-Krankenhäusern außerhalb der Hauptstadt wiederherstellen und medizinisches Personal und Ausrüstung über eine Luftbrücke nach Liberia bringen.

"Kanzlerin, bei der gegenwärtigen Übertragungsrate haben nur Regierungen wie die Ihre die Ressourcen und Mittel, um im zur Eindämmung nötigen Tempo zu handeln", erklärte die Präsidentin demnach in ihrem Appell, der vom 9. September datiere. Das liberianische Präsidialamt sagte der "taz", ähnliche Bitten seien an Australien, Brasilien, China, Indien, Japan, Kuba, Russland, Südafrika und die USA gegangen.

Ein Regierungssprecher in Berlin erklärte der "taz" am Montag auf Anfrage, das Schreiben liege vor und "eine Antwort wird in den nächsten Tagen erfolgen". Die Bundesregierung verfolge die Entwicklung in Westafrika "mit Sorge und Anteilnahme". Sie habe bisher rund 2,7 Millionen Euro für den Kampf gegen Ebola in Westafrika zur Verfügung gestellt und weitere 9 Millionen Euro zugesagt. Weitere Unterstützung werde geprüft.© dpa