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20.02.2012, 10:37 Uhr

Zweite Sprache selbst in ersten Jahren "kein Kinderspiel"

Vancouver (dpa) - Wer seinen Nachwuchs zweisprachig großzieht, tut ihm nach Erkenntnis von US-Forschern nicht nur Gutes an. Sprachen sind selbst für die Jüngsten kein Kinderspiel, warnte die Psychologin Erika Hoff von der Florida Atlantic Universität in Davie.

Bilinguale Kinder bräuchten länger als Gleichaltrige, um die Muttersprache zu erlernen, fand Hoff heraus.

Mehrere Studien zeigten, dass diese Kinder in beiden Sprachen einen geringeren Wortschatz haben und sich mit der Grammatik schwerer tun. Das könne sie in Kindergarten und Schule benachteiligen, sagte Hoff. Die Lücke in der Grammatik schließe sich meist bis zum 9. oder 10. Lebensjahr, "das Vokabular holen manche Kinder selbst in dieser Zeit nicht nach."

Sprüche an Pinnwand in mehreren Sprachen

Johan Vandewalle hat ein besonderes Hobby: Sprachen lernen. >

Hoff sprach im Rahmen einer Vortragsreihe über die Gründe und Risiken einer verzögerten Sprachentwicklung. Sechs bis acht Prozent aller Kleinkinder bräuchten länger, bis sie zu kommunizieren beginnen, unabhängig von Land und Kultur. Sprachwissenschaftler und Psychologen einiger US-Universitäten haben deshalb eine Liste von mehreren Dutzend Wörtern erstellt, die Kinder bei normaler Entwicklung im Alter von zwei bis zweieinhalb Jahren beherrschen sollten.

Diese Liste wurde unter Berücksichtigung kultureller Eigenarten inzwischen auf knapp 70 weitere Sprachen übertragen, berichtete eine der Autorinnen, Nan Bernstein Ratner von der Universität Maryland. Das Papier soll Eltern helfen, die linguale Entwicklung ihres Nachwuchses zu beurteilen und gegebenenfalls Hilfe zu suchen.

Denn spätes Sprechen kann auch ein Symptom für andere Probleme sein, darunter Hör- und kognitive Störungen oder Autismus. Meistens handelt es sich bei den "Problemkindern" nur um Spätentwickler, räumt Ratner ein. "Vier Fünftel von ihnen holen ihr anfängliches Sprachdefizit von allein nach."

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20 Meinungen zu "Kehrseite der Zweisprachigkeit"

  • DieErlkoenigin
    Montag, 20.02.2012, 17:52 Uhr
    Das weiß doch jeder, daß zweisprachig aufwachsende Kinder länger brauchen, um sprechen zu lernen. Ich erleb es grade wieder bei meiner 2-jährigen Nichte. Aber ist das schlimm? Wo steht denn geschrieben, daß Kinder mit einem Jahr zu laufen umd mit 2 Jahren gefälligst zu sprechen haben? Es ist doch ein großer Vorteil, 2 Muttersprachen zu sprechen. Und wenn es etwas länger dauert, na und?
  • Kris1989
    Montag, 20.02.2012, 17:13 Uhr
    Sind viele Beiträge dabei, die wirklich Sinn machen und äußerst konstruktiv sind! Wieso das Niveau von GMX in Frage gestellt wird, ist mir jedoch schleierhaft. Der Artikel ist a) im Konjunktiv geschrieben und b) beruft sich dieser auf Erika Hoff von der Florida Atlantic Universität in Davie. Zur Thematik: Ich hätte auch 2-sprachig aufwachsen können, meine Eltern haben sich jedoch dagegen entschieden. Ein Fehler meines Erachtens - hätte mir mehr Möglichkeiten sowohl auf Berufsebene als auch im privaten bereich ermöglicht!
  • Luri
    Montag, 20.02.2012, 16:28 Uhr
    @derbeamte vollste Zustimmung. Du hast mir meine Meinung, die ich schreiben wollte, vorweggenommen. Für Kinder in einem bestimmten Alter ist lernen z.T. das selbe wie spielen. Es ist sogar so, dass Kinder lernen wollen, was auch wichtig ist. Ich für meinen Teil finds bis heute ärgerlich, dass mein Onkel, der Italiener ist und bei dem ich aufgewachsen bin, mit mir nur deutsch gesprochen hat. Heute versteh ich zwar bröckchenweiße italienisch, aber vom wirklichen sprechen, bin ich meilenweit entfernt.
  • mrfreeze
    Montag, 20.02.2012, 16:21 Uhr
    Ich bin ebenfalls vollständig zweisprachig in Englisch und Deutsch. Es mag sein, dass es "mehrere Studien" gibt, die belegen, dass man Kindern mit einer zweiten Sprache im Kindesalter "nicht nur Gutes tut". Aber es gibt deutlich mehr Studien, die das genaue Gegenteil belegen. Wie bei jeder Studie gibt es - je nachdem, in wessen Interesse sie erstellt wurden - auch Gegenstudien. Ich kann nur sagen: Ich würde meine Zweisprachigkeit nicht um viel Geld aufgeben. Ich kann mich auch an keinen einzigen Nachteil erinnern, ich habe zeitgleich mit anderen Kindern sprechen gelernt und mein Wortschatz ist sicherlich nicht besonders gering. Ich kenne mehrere mehrsprachige Menschen, bei denen es ähnlich ist. Ein mehrsprachiges Kind, das auf Grund seiner Zweisprachigkeit sprachliche Defizite hätte, ist mir noch nie untergekommen (ich ich bin Lehrer, kenne also viele Kinder, auch zweisprachige). Insofern: Diese Studien sind für mich Humbug. Kinder kann man lerntechnisch kaum überfordern, solange sie motiviert und neugierig bei der Sache sind. In der Kita schon versuchen, die ersten englischen Wörter einzutrichtern, ist meiner Meinung nach nicht gut, und hat auch mit Zweisprachigkeit nichts zu tun. Auch Englisch in der Grundschule bereits zu unterrichten, ist nicht Zweisprachigkeit, sondern "Zwang" und überfordert dann viele. Wer allerdings oft mit der Zweisprachigkeit überfordert ist, sind die Eltern, die ihre Sprachen nciht strikt genug trennen bei der Erziehung, das Kind muss von vornherein erkennen, dass es sich um zwei verschiedene Sprachen handelt. Dann kann es die beiden auch gut unterscheiden. Wenn jedoch ein Elternteil mal "Tisch" und mal "table" sagt, dann wird das Kind tatsächlich verwirrt.
  • austroman
    Montag, 20.02.2012, 16:03 Uhr
    Liebe GMX-Redaktion, dieser Artikel ist nicht mal Freenet-Niveau!!! Ich hoffe, das ist nicht Euer zukünftiger Standard. Zum Inhalt selber brauche ich mich nicht mehr zu äußern, dazu gibt es schon treffende Kommentare genug.
  • derbeamte
    Montag, 20.02.2012, 15:55 Uhr
    @ahah: Meine vierjährige Tochter empfindet es doch nicht als lernen. Ich spreche deutsch mit ihr und meine Frau spanisch. Meine Tochter hat damit nicht mehr oder weniger Kindheit als jedes andere Kind. Das ist ja das Schöne. In diesem Alter wird es noch automatisch ohne Arbeit gelernt. Ich habe Spanisch mit 29 Jahren gelernt. Das war anstrengend und meine Tochter spricht mit 4 Jahren wohl schon besser Spanisch als ich. Meine Frau lebt seit 6 Jahren in Deutschland und versteht zwar viel, aber spricht noch sehr unsicher. Meine Tochter hat keine Probleme. Was Kinder so früh ohne Leistungsdruck lernen müssen sie sich später nicht mühevoll aneignen. Und ja, es wäre schön, wenn englich schon im Kindergarten gelehrt würde. Nicht in schilischer Form, sondern einfach durch englischsprachige Erzieherinnen. Das kostet aber und ist daher flächendeckend nicht zu machen.
  • ahah
    Montag, 20.02.2012, 15:46 Uhr
    ich finde es einfach assi, wie viel heute selbst von den jüngsten erwartet wird. Am besten man lernt im kindergarten schon die erste fremdsprache und dann in der schule 10 weitere. Wo bleibt da sowas wie kindheit? Irgendwann führt sowas zu reihenweise abstürzen weil die leute merken, dass sie etwas verpasst haben.
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