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01.10.2012, 10:39 Uhr

Bald können Handys und Kameras auf den Kompost

in Kooperation mitDIE WELT

US-Forscher haben abbaubare Elektrogeräte entwickelt: Die neue Art von Bauteilen löst sich nach einer bestimmten Zeit rückstandslos auf. Die Bio-Geräte können auch als Implantate eingesetzt werden.

VonNorbert Lossau

Biologisch abbaubare Chips gibt es schon lange. Es handelt sich dabei um Kartoffelchips. Doch nun haben US-Forscher an der Universität Illinois in Urbana-Champaign elektronische Chips entwickelt, die sich nach einer bestimmten Zeit rückstandslos zersetzen. Das Startsignal zum Auflösen kann dabei von Wasser gegeben werden, aber auch durch Licht, Druck oder eine bestimmte Temperatur.

Die Transistoren in den Bio-Chips bestehen zwar wie gewöhnliche Transistoren aus Silizium, doch sie sind als nanodünne Membranen ausgeführt, die sich zum Beispiel bei Kontakt mit bestimmten Flüssigkeiten mehr oder weniger schnell auflösen, berichten die Forscher in der heutigen Ausgabe von "Science".

Bio-Elektronik soll primär in der Medizin eingesetzt werden

Die neue Bio-Elektronik soll in erster Linie in der Medizin zum Einsatz kommen. Dort können die Chips in Implantaten bestimmte Aufgaben übernehmen und sich dann nach erfolgreicher Behandlung von alleine im Körper zersetzen. Je dünner die Silizium-Membranen sind, umso schneller zersetzen sie sich durch den Kontakt mit Körperflüssigkeiten.

Das Team um Suk-Won Wang hat schon eine Reihe von Elektronikbauteilen und Sensoren konstruiert, die für eine begrenzte Lebensdauer konzipiert sind. Mit einem Tierversuch haben die Forscher bewiesen, dass die Sache in der Praxis funktioniert.

Binnen 15 Tagen vollständig verschwunden

Sie implantierten Ratten einen Thermoregler, mit dem sich rund um eine Wunde die Körpertemperatur erhöhen ließ. Damit sollte dort eine bakterielle Infektion verhindert werden. Tatsächlich stieg die Temperatur lokal um fünf Grad Celsius an. Und nach 15 Tagen war die Elektronik fast vollständig verschwunden.

Außer Silizium kommen in der Bio-Elektronik noch Magnesium und Seide zum Einsatz. Neben den Anwendungen in der Medizin sind etwa Handys denkbar, die sich am Ende ihrer Lebenszeit einfach zersetzen. In Spuren enthaltene Rohstoffe wie die Seltenen Erden ließen sich dann leichter wiedergewinnen.

© DIE WELT

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16 Meinungen zu "Auch Elektronik kann "Bio" sein"

  • Grabor
    Montag, 01.10.2012, 14:43 Uhr
    Teilweise gibt es das doch schon lange. Wer kennt nicht irgendwelche Geräte, bei denen sich wichtige Verbindungen nach 3-4 Jahren von selbst auflösen. ich hatte mal einen Fernseher, bei dem sich Leiterbahnen auf einer Platine "verflüchtigten". (die waren aus leitfähigem Lack, nicht wie sonst aus einer geätzten Kupferfolie)
  • Edgarallan
    Montag, 01.10.2012, 14:26 Uhr
    Schöne Aussichen; dann wird s nicht mehr lange dauern und nach Ablauf der Garantiezeit löst sich alles in Müll auf!
  • TNN
    Montag, 01.10.2012, 14:24 Uhr
    Und wahrscheinlich ist der Herstellungsaufwand, genauso wie bei E10, so Umweltschädlich, dass das rein gar nichts bringt!!!
  • undefined83
    Montag, 01.10.2012, 13:55 Uhr
    Ich freu mich auf das Frischezertifikat, das mir dann bestätigt, dass mein neues Bio-fon von glücklichen, freilaufenden Silikaten kommt.
  • Wuschziehpapa1775
    Montag, 01.10.2012, 13:49 Uhr
    Na toll und morgen steht ihr alle schön schlange um euch,mit oder auch ohne eueren willen Implantate einpflanzen zu lassen womit euere Lebenszeit oder (Haltbarkeitsdatum)Festgelegt wird. PS. Nur ein Pusselstück der neuen Weltordung.!!!! Leute die meisten Krebsarten sind Hausgemacht so auch AIDs. Was devinieren die eigentlich als (Rückstandslos).? Ja wir werden schön langsam (Rückstandslos) und leise entsorgt.Und die meisten merken es nichtmal.
  • HansPeterFred
    Montag, 01.10.2012, 13:45 Uhr
    Ganz ehrlich: "Die Welt" als Quelle anzugeben, ist genauso dumm wie zu sagen: Ich hab meine Information von Google. Also wirklich, ich hab noch nie wirklich gut recherchierte Artikel gelesen, aber das schlägt dem Fass die Krone ins Gesicht! -.-
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