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03.12.2012, 08:30 Uhr

Was Frauen attraktiv finden

Kantiges Kinn, kräftiger Bizeps? Solche typischen Attribute der Männlichkeit lassen Frauen offenbar eher kalt. Wirklich punkten können Männer mit einem ganz anderen körperlichen Vorzug, zeigt eine Studie.

Wenn Frauen sich nach Männern umschauen, spielen evolutionsbiologische Argumente eine entscheidende Rolle. Unbewusst suchen die Damen heute wie in grauer Vorzeit nach dem genetisch idealen Vater für potenzielle gemeinsame Sprösslinge. Ein wichtiges Kriterium ist dabei die Schlagkraft des männlichen Immunsystems. Schon lange vermuten Wissenschaftler, dass diese sich an äußerlichen Attributen ablesen lässt. "Lange hat man geglaubt, dass ein besonders männliches Erscheinungsbild dafür ein gutes Indiz ist", schreibt das Team um Markus Rantala von der Universität Turku.

Frau in rot

Forscher ermitteln Zusammenhang von Aussehen und Charakter. >

Handicap Testosteron

Hintergrund dieser Annahme: Männliche Züge bilden sich aufgrund eines hohen Testosteronspiegels aus. Ein solcher schwächt aber eigentlich das Immunsystem. "Männliche Männer, die trotz ihres Testosteronhandicaps augenscheinlich gesund sind, müssen also ein besonders schlagkräftiges Immunsystem haben", so die Wissenschaftler. "Immunkompetenz Handicap Hypothese" lautet die wissenschaftliche Bezeichnung für diese etwas paradoxe Theorie.

Im Tierreich scheint sie tatsächlich gut zu funktionieren. Dort bevorzugen Vogelweibchen Männchen mit langem Schwanzgefieder. Das ist zwar unpraktisch und belastend – zeigt aber, dass das Männchen, weil parasitenfrei, in den Prachtschwanz investieren kann. Weibchen können hier also auf einen immunkompetenten Partner hoffen.

Beim Menschen hingegen ist die Studienlage nicht so eindeutig. Untersuchungen zufolge sind besonders maskuline Männer weder überdurchschnittlich gesund, noch werden sie von Frauen in Attraktivitätsexperimenten grundsätzlich bevorzugt.

Körperfett als Indikator

Die finnischen Forscher suchten daher nach einem anderen körperlichen Attribut, an dem sich die Schlagkraft des Immunsystems ablesen lässt und das von Frauen besonders bevorzugt wird. Ihre Wahl fiel auf den Körperfettanteil. "Er beeinflusst sowohl erheblich die Attraktivität als auch verschiedene Gesundheitsmerkmale", schreiben die Forscher. In einem Experiment machten sie die Probe aufs Exempel. Sie rekrutierten 69 Männer zwischen 19 und 31 Jahren und fertigten Portraits von ihnen an.

Außerdem bestimmten die Forscher zweimal den Immunstatus jedes Probanden – einmal vor und einmal einige Wochen, nachdem die Männer eine Hepatitisimpfung erhalten hatten. Anhand der Zahl der gebildeten Antikörper konnten die Forscher die Immunkompetenz der Teilnehmer ermitteln. Die Fotos der Freiwilligen legten sie anschließend 29 jungen Frauen vor, die sich gerade in der fruchtbaren Phase ihres Zyklus befanden. Zu diesem Zeitpunkt ist das Interesse an idealen Partnern für die Fortpflanzung naturgemäß besonders hoch. Die Frauen bewerteten die Bilder bezüglich der Attraktivität und beurteilten überdies die Molligkeit und Maskulinität der abgebildeten Männer.

Fett schwächt die Immunantwort

Dabei zeigte sich, dass Männer mit pummeligen Gesichtszügen nicht nur als deutlich unattraktiver eingestuft wurden, sie zeigten tatsächlich auch eine schlechtere Antikörperreaktion auf die Impfung – und damit eine schlechtere Immunkompetenz. Die Maskulinität hingegen stand in keinem direkten Zusammenhang mit der Attraktivität. Und sie liefert auch keine Hinweise auf die der Schlagkraft des Immunsystems. "Veränderliche Attribute wie das Körpergewicht sind womöglich bessere Indikatoren für die Qualitäten eines Mannes als stabile wie die Maskulinität", schreiben die Autoren.

Die fruchtbaren Frauen im Experiment bevorzugten auf jeden Fall mit den schlankeren Männern auch die immunfitteren.

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Die Informationen dürfen auf keinen Fall als Ersatz für professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte angesehen werden. Der Inhalt von NetDoktor.de kann und darf nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

Quelle: Markus Rantala: Adiposity, compared with masculinity, serves as a more valid cue to immuncompetence in human mate choice, Proceedings of the royal Society B, 280:201222495

© NetDoktor.de GmbH

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1365 Meinungen zu "Was Frauen attraktiv finden"

  • Clemens80
    Mittwoch, 05.12.2012, 14:59 Uhr
    Wow, das gibt nur einen DR.... Also damit kommt man bei Frauen schon mal besser an als mit dreckigen/durchgelatschten Schuhen.....
  • Clemens80
    Mittwoch, 05.12.2012, 14:18 Uhr
    Dabei heißt es doch einem geschenkten Barsch schaut man nicht inter die Kiemen....
  • ole333
    Mittwoch, 05.12.2012, 13:53 Uhr
    Schokokringel, Frauen- und Fitnesswelt der Unverbesserlichen :-)
  • Schokokringel
    Mittwoch, 05.12.2012, 13:47 Uhr
    Hallo Melo *wink* Der Fitnesspabst überlebt ja nun gar nicht mehr. Tja so geht es User die meinen sie seinen Gottes Geschenk an die Frauenwelt.
  • ole333
    Mittwoch, 05.12.2012, 13:38 Uhr
    Melo, wer sind alle? ;-)
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