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10.09.2007, 09:57 Uhr

Was unser Urahn im Kopf hatte in Kooperation mit

Darüber hinaus gibt es für die Frauen noch einen physiologischen Vorteil. Da die Köpfe ihrer Kinder bei der Geburt noch lange nicht ihr endgültiges Volumen erreicht haben, können auch Mütter mit engerem Becken Nachwuchs zur Welt zu bringen. Ein schmaleres Becken wiederum erhöht die Beweglichkeit der Frau ganz erheblich. "Das war wichtig in jener Zeit, in der die Menschen als Nomaden noch viel umhergezogen sind", erklärt Jean-Jacques Hublin.

Auch für die Entwicklung der Sprache dürfte die "sekundäre Altrizialiät" - also das lange Gehirnwachstum nach der Geburt - eine bedeutende Rolle gespielt haben. Der Leipziger Wissenschaftler ist überzeugt, dass Homo erectus schon kommunikative Fähigkeiten besaß; doch das insgesamt geringere Hirnvolumen und das Fehlen der sekundären Altrizialiät dürften seine kognitiven Fähigkeiten sehr eingeschränkt und eine komplexe Sprache unmöglich gemacht haben. Diese hat sich vermutlich erst relativ spät in der Evolution der Menschheit entwickelt.

Mit ihrer Studie haben die Max-Planck-Forscher den Zeitraum, in dem sich die typisch menschliche Eigenschaft der sekundären Altrizialität ausgebildet hat, weiter eingrenzen können. Da die unmittelbaren Vorfahren von Homo sapiens und Homo neanderthalensis schon über relativ große Gehirne verfügen, dürfte sich die lang dauernde Hirnreifung in dem Zeitfenster zwischen einer Million und 500.000 Jahren vor heute ausgebildet haben.

MaxPlanckForschung; Autor: Thorsten Naeser

© Max-Planck-Gesellschaft

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