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Wer hat's erfunden?

Gemeinhin gilt Johannes Gutenberg als Vater des Buchdruckes. Und Alexander Graham Bell als Erfinder des Fernsprechers. Doch er meldete nur das Patent an. Wer erfand wirklich das Telefon? Lesen Sie mehr über Erfindermythen.

Von Christian Zechel

Der gebürtige Schotte Alexander Graham Bell gilt gemeinhin als der Erfinder des Telefons. Das stimmt nur bedingt - er war lediglich der erste, der sich die Erfindung im Jahre 1876 patentieren ließ. Eine ganze Reihe von Tüftlern sorgten mit ihren Ideen und Apparaten dafür, dass wir heute die Pizza nicht per Morsezeichen bestellen müssen.

Für die erste öffentliche Sprach- und Musikübertragung hingegen sorgte ein Deutscher: Der Lehrer für Naturwissenschaften Philipp Reis stellte 1861 in Frankfurt am Main sein "Telefon" vor - bestehend aus einer hölzernen "Ohrmuschel" und einem "Trommelfell" aus Wurstpelle, auf dem Schallwellen über Platinkontakte in Stromstöße umgewandelt wurden. Zwar wurde Reis' Erfindung auch ins Ausland verkauft (auch Bell kannte sie), doch dachte niemand an eine kommerzielle Nutzung.

Unabhängig von Reis arbeitete auch Meucci weiter an seinem Fernsprecher. 1871 schließlich meldete er als Erster seinen Apparat zum Patent an, konnte jedoch die fälligen Patentgebühren nicht entrichten. Zwei Jahre später fielen Alexander Bell - der zeitgleich an einem Mehrfachtelegraphen arbeitete - Meuccis Unterlagen in die Hände. Als der Italiener diese zurückforderte, wurde ihm mitgeteilt, sie seien verloren gegangen. Anschließend dauerte es überraschernderweise nicht mehr lange, bis Bell im Februar 1876 ein Patent auf das Telefon einreichte - und damit einem anderen seiner Konkurrenten, Elisha Gray, um ganze zwei Stunden zuvor kam. Meucci blieb nur die späte Ehre, vom US-Repräsentantenhaus im Juni 2002 posthum als Erfinder des Telefons anerkannt zu werden.

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4 Meinungen zu "Wer hat's erfunden?"

  • artivity
    Samstag, 18.07.2009, 16:13 Uhr
    Guten Tag Stwal ... Ich fand Ihren Post: In der Ukraine kann man hören, dass Röntgen-Strahlen von dem Wissenschaftler Ivan Puluj als dem ersten bekommen wurden. Angeblich arbeitete er in Wien und sogar dem Röntgen seine Erfindung demonstrierte. Es ist möglich, dass Röntgen nur den Apparat von Piluj verbesserte. Den Hintergrund kennen ja nur wenige. Woher - darf ich fragen - kennen Sie das? Viele Grüße! Georg Puluj ---
  • Berlinerl
    Samstag, 11.04.2009, 08:01 Uhr
    Ganz schwer zu verstehen, warum auch Sie die Fehlinformation wiederholen, Gutenberg hätte den Buchdruck erfunden, obwohl aus Ihrem Text hervorgeht, dass Sie es besser wissen. Der Buch druck existierte lange vor Gutenberg. Das wird nicht in Frage gestellt. Aber Gutenberg hat die Typographie, d.h. den Schriftsatz mit mobilen Buchstaben erfunden. Eine grossartige Leistung, für die er endlich anerkannt werden sollte. Dann könnte man das Herumeiern mit dem Buchdruck sein lassen.
  • Stwal
    Freitag, 10.04.2009, 14:55 Uhr
    Das ist eine dunkle Frage. Bis heute nur wenige Leute wissen, dass der Rechner wurde vom Deutscher Konrad Zuse erfunden. Das nur von Umstanden abhängig ist. Aber in anderen Fallen mehr wirken nationale Gründe. Wie man in russischen Schulen lernt, die ersten Glühlampe und Rundfunk wurden von Russen erfunden. Es ist klar dass das den Fakten widerspricht. Aber andere Ansprüche können rechte Grund haben. In der Ukraine kann man hören, dass Röntgen-Strahlen von dem Wissenschaftler Ivan Puluj als dem ersten bekommen wurden. Angeblich arbeitete er in Wien und sogar dem Röntgen seine Erfindung demonstrierte. Es ist möglich, dass Röntgen nur den Apparat von Piluj verbesserte
  • nuralphanumzeic
    Freitag, 10.04.2009, 13:58 Uhr
    Gleich mehrere wichtige Beispiele fehlen in dieser Aufstellung: Der Verbrennungsmotor wurde nicht in Deutschland, sondern in Frankreich von Herrn Lenoir erfunden. Nikolaus Otto sah den Motor auf der Pariser Weltausstellung und hat ihn zuhause nachgebaut. Auch das Automobil wurde nicht in Deutschland, sondern in Frankreich erfunden. Es hatte zu diesem Zeitpunkt noch eine Dampfmaschine als Antrieb und war etwas schwerfällig. Wenn heute in Deutschland so laut vom "Ideenklau" gesprochen wird, sollte man sich immer vor Augen führen, daß diese Ideen selbst bereits schon geklaut wurden. Bei der Betrachtung der Geschichte zeigt sich jedoch auch ganz klar: Ohne daß Ideen von anderen aufgegriffen und weiterentwickelt werden, entsteht kein technischer Fortschritt. Gerade im Patent- u. Markenrecht hat sich ein juristischer Wildwuchs breit gemacht, der einer technologischen und wirtschaftlichen Weiterentwicklung im Wege steht.
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