Was ist die Ursache von Schlafwandeln?
Warum das Schlafwandeln, medizinisch Somnambulismus genannt, den einen betrifft und den anderen nicht, gibt den Wissenschaftlern nach wie vor Rätsel auf. Für Schlafforscher zählt es zu den sogenannten Parasomnien, den ungewöhnlichen körperlichen Verhaltensweisen, die den Schlaf unterbrechen. Wer schlafwandelt, ist nur halb wach. Als Ursache nimmt man an, dass der für Bewegungsabläufe verantwortliche Teil des Gehirns durch irgendwelche Störungen aufwacht, während andere Gehirnareale weiterhin ausgeschaltet bleiben. Offenbar können Faktoren wie Schlafmangel, Stress, Schichtarbeit, Fieber, Depressionen, Drogen und bestimmte Medikamente oder laute Geräusche das Umherwandeln in der Nacht begünstigen. Der Schlafwandler ist gewissermaßen im Schlaf "hängen geblieben" - während die Muskulatur bereits wach ist und funktioniert, schläft "der Kopf" noch.
Möglicherweise gibt es einen Zusammenhang mit unvollständigen Reifungsprozessen im zentralen Nervensystem. Dadurch wäre auch zu erklären, dass Kinder sehr viel häufiger schlafwandeln als Erwachsene. Auch eine genetische Veranlagung ist nachweisbar. Schlafwandeln kann von den Eltern auf die Kinder vererbt werden. Bei Kindern von Betroffenen ist die Wahrscheinlichkeit zehnmal höher, dass es auch sie erwischt, als bei Kindern von Nicht-Schlafwandlern. Daneben kann aber auch das Persönlichkeitsprofil auf die potentielle Somnambulismus-Neigung hindeuten. Schlafforscher haben festgestellt, dass introvertierte und aggressionsgehemmte Menschen eher zu den Patienten zählen.
Häufig kommt es im ersten Drittel der Nacht zum Schlafwandeln - während der traumlosen Tiefschlafphase. Zu diesem Zeitpunkt sind alle Vitalfunktionen reduziert auf den Schlaf-Modus, Blutdruck und Muskelspannung sind abgesenkt, Atmung und Herzschlag verlangsamt. Es können zwar Bewegungen ausgeführt werden, aber gewissermaßen nur ohne Kontrolle des Gehirns. Eine entsprechende Aktion ist meist nach wenigen Minuten vorbei, ganz selten dauert sie bis zu einer Stunde an. Was Schlafwandler tun, ist völlig unterschiedlich: Sie stehen etwa auf, murmeln unverständlich vor sich hin, schauen sich unstet um, geistern durch die Wohnung und verlassen teilweise sogar das Haus. Manche setzen sich nur auf und wirken verwirrt, andere öffnen Fenster und Türen, gehen Treppen rauf und runter, wühlen in Schränken und Schubladen.
Schlafmediziner haben herausgefunden, dass die Betroffenen sich bemühen, auf eine offenbar als Orientierung empfundene Lichtquelle zuzugehen. Aber das muss heutzutage längst nicht mehr der Mond sein - eine dominante Leuchtreklame ist ebenso denkbar. Allen Schlafwandlern gemeinsam ist: Sie können sich hinterher an nichts erinnern. Und leider existiert so etwas wie "schlafwandlerische Sicherheit" nicht. Dadurch wird das Phänomen zur ernsten Gefahr für die Betroffenen, zumal sie das Bestreben haben, stur geradeaus zu gehen, egal, in welcher Umgebung sie sich befinden. Für Angehörige von Betroffenen wie für Betroffene selbst ist es deshalb ratsam, vorsorglich Türen und Fenster zu verschließen. Und den Schlafwandler bitte nicht wecken! Besser unter beruhigendem Reden wieder ins Bett bringen und zum Weiterschlafen bewegen.
Somnambulismus ist im strengen Sinne nicht heilbar, allerdings kann man bei Faktoren ansetzen, die das Schlafwandeln begünstigen. Hilfreich können sein: Entspannende Einschlafrituale, die dabei helfen, den Stress nicht mit ins Bett zu nehmen oder möglichst regelmäßige Schlafzeiten in einem abgedunkelten, kühlen Raum ohne Fernsehgerät. Medikamente, die den Tiefschlaf verhindern, sind dagegen sicher keine praktikable Lösung.
14 Meinungen zu "Das Phänomen "Schlafwandeln""
-
HypnoticVoice30
Freitag, 22.03.2013, 14:00 Uhr Wieder einmal läßt die Wissenschaft den Faktor Psyche fast ganz außer Acht. Schlafwandeln ist nichts Technisches, sondern ein Phänomen, daß besonders Menschen begegnet, die im Alltag meinen, nicht genug zu schaffen und den Streß mitnehmen ins Bett. Die Lösung ist leicht: Alltagsprobleme tagsüber lösen und die Nacht nacht sein lassen... In diesem Sinne - guat's Nächtle ;-) -
vankoch
Donnerstag, 27.09.2012, 17:10 Uhr Im Klartext, die Mediziner wissen auch nicht weiter. -
Idiot123
Dienstag, 04.09.2012, 13:01 Uhr Na toll..."Vermuten" die Wissenschaftler aber keine konkrete Aufklärungen.... -
Drotzi
Freitag, 24.08.2012, 14:45 Uhr ja ein Artikel ohne wirkliche Antwort auf die Frage... --> sehr ünnötig ich habe mal im Schlaf einen kleinen Schrank (ca. 1,20 m hoch) umgeschmissen :D und seitdem bin ich nie wieder im Schlaf umher gelaufen ^^ aber es würd mich wirklich sehr interessieren, warum ich unbedingt diesen Schrank umschmeißen musste... -
schieber1
Donnerstag, 19.07.2012, 15:50 Uhr Schlafwandeln ist ganz einfach ein Phänomen! Ich bin auch mal im Schlaf gewandelt und dann am frühen Morgen bei einer ganz anderen Frau aufgewacht. -
basti99885
Samstag, 30.06.2012, 13:13 Uhr Wenn ich nen Tipp abgeben sollte, vermute ich, dass es durch aus an Sexmangel liegen könnte :D Da gehst du zumindest entspannt ins Bett - bleibst einfach liegen ;) -
Reder
Freitag, 29.06.2012, 14:40 Uhr Den Artikel hätte GMX kürzer fassen können zB. in drei Worten: Was ist die Ursache von Schlafwandeln? Wissen wir nicht!
- Gehirn-Jogging
- Zitate
- Hochbegabte
- Sternwarte
- Weiterbildung
- Fernstudium
zu Wissen

































