Grundschüler haben sich schon beworben, auch ein Förster: Die Nasa sucht wieder Astronauten. Die neuen Mitarbeiter sollen Pioniere werden.

Bei diesen Fluggesellschaften gibt es die wenigsten Zwischenfälle.

Höhenangst sollten die Bewerber nicht haben. Auch "weitere und längere Reisen" gehören zur Jobbeschreibung. Die US-Weltraumbehörde Nasa sucht derzeit nach neuen Astronauten - zum ersten Mal wieder seit 2011.

Damals hatten sich mehr als 6100 Weltraumbegeisterte auf acht Kandidatenplätze beworben. Wie hoch die Nachfrage dieses Mal ist und wie viele Astronauten letztlich ausgebildet werden, ist unbekannt.

Auswahlverfahren dauert mehr als ein Jahr

Wer den oft seit Kindertagen gehegten Wunsch verwirklichen will, muss ein vielstufiges, mehr als ein Jahr dauerndes Auswahlverfahren bestehen. Die Ausschreibung verbreitet sich unter dem Hashtag #BeAnAstronaut im Internet: Stolz posten sogar Grundschüler ihre Bewerbungsessays.

Uranus hat einige spektakuläre Besonderheiten aufzuweisen.

Auch Quereinsteiger wie der Förster Ben Lockwood versuchen ihr Glück und bewerben sich: "Fühlt sich eher unwahrscheinlich an, aber warum nicht" twittert er unter #SendAForesterToSpace.

Dabei ist selbst die Auswahl noch keine Garantie dafür, tatsächlich in den Orbit zu fliegen. Denn das zweijährige Astronautentraining im Johnson Space Center in Houston (Texas) hält noch viele Herausforderungen mit Blick auf körperliche Fitness sowie soziale und intellektuelle Belastbarkeit bereit. Sind diese jedoch gemeistert, dann steht den Kandidaten die Möglichkeit offen, weit in den Weltraum vorzudringen.

Sie sollen Pioniere sein

Nasa-Direktor Charles Bolden, selbst ein ehemaliger Astronaut, betonte in einem Radiointerview mit "ScienceFriday", diese Astronauten sollten unter anderem den Weg zum Roten Planeten ebnen. Neben Einsätzen auf der Internationalen Raumstation ISS sollen sie Pioniere sein: Sie werden voraussichtlich unter den ersten sein, die mit den beiden derzeit in Entwicklung befindlichen kommerziellen Raumtransportern ins All fliegen.

Experiment des Biologen Piotr Naskrecki erinnert an Szene aus Horrorfilm.

"Und ihr nächster Stop wird dann die Orion sein", sagte Bolden. Dieses bemannte Nasa-Raumschiff soll, mit einer Rakete vom Kennedy Space Center in Florida aus ins Weltall gebracht, bis in Mondnähe und später, voraussichtlich in den 2030er Jahren, auch zum Mars fliegen. "Sie werden diejenigen sein, die all die Dinge entwickeln, die wir benötigen, um vielleicht schon die Klasse nach ihnen zum Mars zu schicken."

Bis zum 18. Februar ist noch Zeit, sich zu bewerben. Dazu braucht es zunächst einmal die US-Bürgerschaft und einen anerkannten Bachelor-Abschluss in Ingenieurswissenschaft, Biologie, Physik, Computerwissenschaft oder Mathematik. Hinzu kommen mindestens drei Jahre damit verbundene Berufspraxis oder 1000 Flugstunden als verantwortlicher Pilot. Außerdem: Bestimmte "anthropometrische Voraussetzungen", sprich, man sollte in einen Raumanzug hineinpassen.

Immer mehr Frauen

Bei der vergangenen Bewerbungsrunde der Europäische Raumfahrtagentur Esa im Jahr 2009 bewarben sich rund 8500 Kandidaten mit den notwendigen Voraussetzungen: In der Regel Ingenieure und erfahrene Test- oder Verkehrspiloten, die körperlich fit waren. Fünf Männer und eine Frau wurden damals ausgesucht, darunter Alexander Gerst aus Baden-Württemberg, dessen Reise in der Raumstation viel Furore machte.

Derzeit sind ein Viertel der knapp 50 aktiven Nasa-Astronauten Frauen. Aus der Bewerbungsrunde von 2011 ging erstmals eine Klasse mit ausgewogenem Geschlechteranteil hervor. Zwei der vier nun fertig ausgebildeten Astronautinnen waren zuvor Militär-Pilotinnen.

Anne McCain, die 15 Monate lang Kampfhubschrauber im Irak flog, sagt zu ihren Beweggründen für den beruflichen Wechsel: "Im Weltall stört sich keiner an Rasse, Religion oder Nationalität. Wir sind einfach alle Teil im Team Mensch."© SPIEGEL ONLINE

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