Auf über 500.000 Euro schätzen Experten den Wert des sogenannten Barbarenschatzes. Im Mai 2013 soll ein 23-Jähriger mit einem Metalldetektor in einem Wald in der Südpfalz spätrömische Gegenstände aufgespürt und behalten haben. Die Staatsanwaltschaft macht dem Speyerer jetzt den Prozess. Diese Rechte und Pflichten haben Laien-Schatzgräber.

Wie definieren Juristen den Begriff Schatz?

Nach Paragraf 984 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) ist "eine Sache, die so lange verborgen gelegen hat, dass der Eigentümer nicht mehr zu ermitteln ist", ein Schatz.

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Sensationsfunde: Diese Schätze erstaunen nicht nur Forscher

Von solchen Sensationen träumen Museumsdirektoren: US-Forscher haben vor der Küste Madagaskars angeblich den Piratenschatz von Captain William Kidd gefunden. Das ist allerdings nicht die einzige überraschende Entdeckung der vergangenen Jahre.

Was darf der Finder behalten?

Der Paragraf 984 BGB regelt, dass herrenlose Kostbarkeiten zwischen Entdecker und Eigentümer des Fundortes hälftig aufgeteilt werden. Doch alle Länder bis auf Bayern, Nordrhein-Westfalen und Hessen haben in ihrem Denkmalschutz-Recht ein sogenanntes Schatzregal verankert.

Taucher machen in der See vor Israel eine sensationelle Entdeckung.

Der Begriff Regalis kommt aus dem Lateinischen und bedeutet königlich. "Jeder Schatz, der tiefer in der Erde vergraben ist, als ein Pflug geht, gehört in die Verfügungsgewalt des Königs", zitiert die "Zeit" den "Sachsenspiegel" aus dem Mittelalter. Auf solche und ähnliche Vorlagen berufen sich die meisten Länder, auch wenn sie ihre Vorschriften unterschiedlich gestaltet haben: In Bremen gibt es eine dreimonatige Sperrfrist. Bis dahin muss das Land die Gegenstände erfasst haben, wenn es Anspruch erheben will, sonst gilt ersatzweise Paragraf 984 BGB. Berlin steht auf der anderen Seite der Skala. Die Hauptstadt zieht generell alle Ausgrabungsgegenstände ohne Entschädigung ein.

Bayern hat die lockerste Regelung, hier gibt es kein Schatzregal. Hat ein Fund historische Bedeutung, sichert sich dieses Bundesland jedoch die archäologischen Stücke gegen eine Ausgleichszahlung.

Was droht Schatzräubern?

Nach Paragraf 246 Absatz 1 Strafgesetzbuch müssen Schatzräuber wegen Unterschlagung eine Geldstrafe oder maximal eine Freiheitsstrafe von ein bis drei Jahren fürchten.

Wo kann ich als Schatzfinder meinen Fund abgeben?

Wer alles richtig machen will, geht mit seinem Fund zum Landesdenkmalamt, aber auch öffentliche Museen und die Polizei können erste Anlaufstellen sein. Dort verweisen die Mitarbeiter auf zuständige Stellen.

Kann man von der Schatzsuche leben?

Abenteurer befeuern den Mythos vom Profi-Schatzsucher gerne mit der unbelegten Behauptung, dass in Deutschland noch mehrere Tonnen Juwelen, Gold und Silber im Boden lagerten. Spektakuläre Funde wie der Barbarenschatz in der Südpfalz sind jedoch äußerst selten.

Dazu kommt die Rechtslage: Nur Nordrhein-Westfalen, Hessen und Bayern teilen, andere Länder zahlen immerhin eine Entschädigung. Wer aber einen Schatz für sich behält, macht sich strafbar. Interessenten für Geschichte und originale Gegenstände aus der Vergangenheit sollten lieber Archäologie studieren oder sich als Laie an einer professionell geleiteten Ausgrabung beteiligen.