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15.02.2012, 16:38 Uhr

Schweizer wollen Müllabfuhr fürs All entwickeln

Lausanne (dpa) - Noch ist der Weltraum voll von Abfall, doch ordnungsliebende Schweizer wollen das ändern: Forscher der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne (EPFL) gaben am Mittwoch die Entwicklung einer "kosmischen Müllabfuhr" bekannt - Reinigungssatelliten, die Weltraumschrott entfernen.

"Es ist inzwischen von grundlegender Bedeutung, die von Weltraumabfall ausgehenden Risiken sehr ernst zu nehmen", sagte der Schweizer Astronaut und EPFL-Professor Claude Nicollier vor Reportern.

Er verwies auf hunderttausende Schrottteilchen, die im All um die Erde kreisen und dabei Raketen sowie Satelliten gefährden. Dazu gehörten Trümmerteile von Raketenstufen, Abdeckkappen, Schrauben, Isolationsstücke, Kupferdrähte und andere Überbleibsel menschlichen Pioniergeistes.

Um diese Gefahren zu beseitigen, sollte nach Überzeugung der Forscher um Zentrumsdirektor Volker Gass eine ganze Mannschaft von Reinigungssatelliten geschaffen und im All auf Schrottjagd geschickt werden. Ein Prototyp mit dem Namen "CleanSpace One" könnte laut EPFL in drei, spätestens aber in fünf Jahren ins All geschickt werden. Dafür sind zunächst Kosten von zehn Millionen Franken (8,5 Millionen Euro) eingeplant.

"CleanSpace One" mit besonderem Motor

Für seine kosmische "Putzaktion" soll "CleanSpace One" mit einem neuartigen, für den luftleeren Raum geeigneten Motor ausgerüstet werden. Dieser treibt auch einen Greifarm an, der den Müll an- und einpackt. Das ist vor allem angesichts der Geschwindigkeiten von mehreren Zehntausend Kilometern pro Stunde, mit denen die Teile durchs All schießen, eine komplizierte Operation.

Wenn schließlich so viel "Beute" wie möglich ergriffen wurde, nimmt "CleanSpace One" Kurs in Richtung Erdatmosphäre. Beim Eintreten verglühen die Trümmer - und auch der "Müllabfuhr"-Satellit, weshalb es nach Überzeugung der Schweizer Forscher möglichst viele "CleanSpace"-Nachfolger geben sollte.

Auch um die kosmische Reinigungsmaschine zu testen, soll eines Tages ihre erste Mission darin bestehen, einen der beiden 2009 sowie 2010 ins All geschossenen Schweizer Minisatelliten "SwissCube" und "TIsat" aus dem Verkehr ziehen. Halbwegs bezahlbar würden "Müllabfuhr"-Satelliten laut Gass erst, wenn diverse Systeme entwickelt würden und Herstellung sowie Vertrieb durch kommerzielle Unternehmen erfolgten. Die Nachfrage werde wachsen: "Raumfahrtagenturen sind immer stärker gefordert, das, was sie ins All schießen, auch wieder zu entfernen."

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20 Meinungen zu "Schweizer räumen im All auf"

  • schodel
    Freitag, 17.02.2012, 10:27 Uhr
    Gute Grundidee von den Schweizern den Schrott einzusammeln, aber danach verglühen lassen? Die solln doch froh sein wenn se da oben schon Material haben; dass Stichwort lautet recyceln. Ich meine es würde zwar teuer aber ist es nicht teurer einfach material in die verbrennung zu schmeissen un durch neues ersetzen zu müssen?
  • ichhoffeeswirdbesser
    Freitag, 17.02.2012, 09:41 Uhr
    Ich fände ablenken auch besser, aber der Impuls zum Ablenken des Schrotts in die Atmosphäre erzeugt auch einen gegenimpuls des Satteliten aus der Umlaufbahn. Ich weiss nicht, ob man den mit dem Motor ausgleichen kann. Was ich mich noch frage: hat sich jemand schon mal gedanken gemacht, was die Verglühten Materialien in der Atmosphäre bewirken? Die sind ja nicht weg, sondern nur verdampft, bzw. verbrannt. Metall-Dampf reflektiert doch eigentlich ganz gut. Verringert das dann die Sonneneinstrahlung?
  • MrPommeroy
    Donnerstag, 16.02.2012, 17:51 Uhr
    Der Weltraumschrott kreist mit unvorstellbarer Geschwindigkeit um die Erde, Jedes Teil auf seiner Umlaufbahn, bei der Kollision von Weltraumschrott entstehen unzählige neue Teile. Bei Zusammenstößen wirkt jedes Teil wie ein Geschoß. D.h. um Weltraumschrott einzusammeln müsste der Satellit parallel zu jedem Teil mit dessen annähernder Geschwindigkeit fliegen und dieses dann einsammeln. Ein mühseliges Unterfangen. Die Zeit, bis alles eingesammelt wurde, ist nicht absehbar, bezahlbar ist das ganze überhaupt nicht. Um den Weltraumschrott loszuwerden, bedarf es Technologien, von denen wir derzeit wohl nur träumen. Denkbar wäre eine Art Gravitationsstaubsauger, diese Technologie existiert derzeit wohl nur im Science- fiction!
  • highwayrocker
    Donnerstag, 16.02.2012, 17:45 Uhr
    Und hinterher schön wischen und bonern nicht vergessen.....
  • olum
    Donnerstag, 16.02.2012, 16:54 Uhr
    .....ich hätte einen noch recht gut funktionierenden Staubsauger abzugeben - denn könnte man vielleicht dranbinden......
  • Schweizermeier
    Donnerstag, 16.02.2012, 16:35 Uhr
    Sinnvolle Idee, da flizt schon bereits eine beachtliche Anzahl Schrottteile herum. Das wird zunehmend gefährlich. Nur sollte man das viel grösser konzipieren. Ich denke da an Star wars und Enterprice. So ein riesiger Walhai, der alles einfängt und, wenn voll, mit Raketen ins unendliche All geschickt wird.
  • samboskop
    Donnerstag, 16.02.2012, 15:39 Uhr
    den müllbeutel zupacken und hinter raus schmeißen (abbremsen) wäre einfacher. dann verglüht nur der müll.
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